Wie soll man mit Kindern umgehen? Der dänische Familientherapeut Jesper Juul war ein Meister seines Fachs. Er war unkonventionell und innovativ und empfahl Familien die Orientierung an Werten wie "Gleichwürdigkeit", "Integrität" oder "Authentizität".

In der Diskussion um "richtig" und "falsch" in der Erziehung forderte er mehr Gelassenheit: "Niemand kann alles richtig machen", sagte er, "gute Eltern machen nur 20 Fehler am Tag." Seiner Auffassung nach brauchen Kinder von Geburt an zwar nicht die gleichen Rechte wie Erwachsene, aber das Gefühl, genauso viel wert zu sein. Juul nannte das ein "gleichwürdiges" Miteinander. Ein Konzept, das nach der Auflösung der Dogmen von autoritärer wie anti-autoritärer Erziehung Entlastung bot für ratlose Eltern. Seine langjährige Berufserfahrung hatte er in zahlreichen Büchern veröffentlicht und vielen Eltern damit Orientierung gegeben. Ende Juli starb Jesper Juul im Alter von 71 Jahren.

Wir wiederholen ein Gespräch aus dem Jahr 2008 mit ihm, als er im "hr2-Doppelkopf" darüber nachdachte, was "gute Eltern" auszeichnet, was Macht und Ohnmacht bedeuten und warum es oft schon bei kleinen Konflikten in Familien schnell ums Ganze geht.

Gastgeberin: Hilde Weeg

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