Joachim Unseld ist eng mit Frankreich verbunden, hat in Paris durch die Empfehlung des Nobelpreisträgers Samuel Becket einen seiner wichtigsten Autoren kennengelernt, den Romancier Jean-Philippe Toussaint. Da war Joachim Unseld noch gleichberechtigter Verlagschef von Suhrkamp und Insel sowie designierter Nachfolger von Siegfried Unseld.

1990 jedoch kam es zum Streit zwischen Vater und Sohn - auch wegen neuer Autoren wie Bodo Kirchhoff. Und dann kam auch noch die neue Geliebte des Vaters hinzu, Ursula Schmidt alias Ulla Berkewicz. Der Vater ließ sich scheiden. Der Sohn stellte ich auf die Seite der Mutter und musste gehen. 1994 kaufte er sich einen eigenen Verlag in Frankfurt: die Frankfurter Verlagsanstalt, und nahm seine Autoren Toussaint und Kirchhoff mit. Das Signet seines Verlags ist ein Elefant. Der ist für Joachim Unseld auch Glücksbringer, erhielt er ihn doch einst vom Suhrkamp-Verlagsgründer Peter Suhrkamp als Geschenk.

Unseld Joachim beobachtete mit Argwohn und Verbitterung die Pläne von Ulla Berkewicz, der "bösen Stiefmutter". Sie übernahm nach dem Tod von Unseld Senior 2002 die Verlage Suhrkamp und Insel, von denen Unseld Junior noch 20 Prozent Geschäftsanteile besaß. Erst 2009 löste sich Joachim Unseld von diesem "schweren" Erbe. Seinen eigenen Weg hatte er da aber längst mit seiner Frankfurter Verlagsanstalt gefunden, mit den Autoren Bodo Kirchhoff, Nino Haratischwili und Jean-Philippe Toussaint, von dem er nicht nur Verleger sondern auch Übersetzer und Lektor ist.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Joachim Unseld von seinem Werdegang und insbesondere von seiner engen Beziehung zu Frankreich, wo er auch seine Frau - im Hause des Verlegers Antoine Gallimard - kennen lernte.

Gastgeber: Ruthard Stäblein

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