Wenn Joel Berger, der ehemalige Landesrabbiner des Rabbinats Württemberg im Radio spricht, schlägt er seine Zuhörer in den Bann.

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Zum Artikel Der Landesrabbiner a. D. Joel Berger erzählt von seinem Leben.

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Im Budapest des faschistischen Reichsverwesers Miklós Horthy aufgewachsen, hat seine Familie die Shoah im "Internationalen Ghetto" des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg überlebt. Joel Berger hat die Erniedrigungen durch seine Nachbarn, die Plünderungen jüdischer Wohnungen und Betriebe und Gewaltexzesse in der Kapitale an der Donau nicht vergessen. Nicht vergessen hat er auch die Verleugnung der blutigen Vergangenheit nach 1945, als die ÁVH, die ungarische Stasi, in die Foltervilla der Geheimpolizei eingezogen ist. "Das war halt der Krieg, und die Russen haben alles mitgenommen". Sich als Opfer ausländischer Mächte darzustellen ist eine Tradition, auf der das derzeitige Regime unter Victor Orban seine Macht errichtet.

Was Joel Berger die schmerzhaften Erfahrungen jedoch nicht zerschlagen konnten, sind seine Lebensfreude, sein Humanismus und sein Humor. 1968 emigrierte Joel Berger in den Westen, von 1981 bis 2002 wirkte als er Landesrabbiner von Württemberg. Bis heute schreibt er Kommentare für diverse Rundfunkanstalten und beeindruckt als Lehrer und Vermittler jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Berger spricht Ungarisch, Deutsch, Russisch, Englisch, Schwedisch, Hebräisch und Jiddisch. Auch im "hr2-Doppelkopf" erweist sich der temperamentvolle Rabbiner als hinreißender Erzähler, dessen Humor immer wieder auf verblüffende Weise versöhnt. Joel Berger ist einer der wirkmächtigsten Humanisten, die die Bundesrepublik heute aufzuweisen hat.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

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Buchhinweis:

Joel Berger: "Der Mann mit dem Hut. Geschichten meines Lebens", Klöpfer & Meyer TB 2014, Preis: 14,- Euro

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