Niemand kennt sich so gut aus in der Welt des Gesangs wie Jürgen Kesting. Im hr2-Doppelkopf mit Andreas Bomba spricht der Musikpublizist über Gioachino Rossini, der vor 150 Jahren starb – und darüber, wie Rossini die Gesangskunst veränderte.

Bis 1829 feierte Rossini mit rund zwanzig Opern rauschende Erfolge: erst in Italien, seiner Heimat, dann in Paris. In der französischen Hauptstadt, damals auch Hauptstadt der Musik, leitete Rossini das "Théâtre Italien". Den "Schwan von Pesaro" nannte man den Komponisten nach seiner Heimatstadt. In den restlichen knapp vierzig Jahren seines Lebens hielt sich Rossini zurück, komponierte nur ein paar von ihm selbst als "Kleinigkeiten" bezeichnete Stücke. Vielleicht war er krank, vermutlich aber spürte er, dass seine Zeit vorbei war. Der Musikgeschmack hatte sich gewandelt. Das Publikum verlangte nach "großer" Oper und existenzieller Dramatik, nicht mehr nach quirligen Komödien. Aus Gesangsstars wurden Ausdruckssänger, aus Kastraten Heldentenöre, und plötzlich gab es Spezialisten fürs Dramatische und fürs Lyrische.

Der Hamburger Musikpublizist Jürgen Kesting machte 1986 Furore mit seiner dreibändigen, viel beachteten Enzyklopädie "Die großen Sänger". Sein Wissen und seine jahrzehntelange Erfahrung stützen sich auf eine immense Schallplattensammlung. Er ist ein Experte nicht nur für die Kunst des Gesangs seit dem 16. Jahrhundert und für die Kompositionen für Sänger, sondern auch für die Sängerinnen und Sänger an sich. Der "Stimmenpapst" eben!

Gastgeber: Andreas Bomba

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