"Das Gehirn zu manipulieren heißt, die Persönlichkeit zu manipulieren. Das Gesicht der Menschheit wird sich verändern, wenn wir beginnen, unser Gehirn als Zone stetiger Selbstverbesserung und als ökonomische Ressource zu begreifen", schreibt Miriam Meckel in ihrem aktuellen Buch.

Der technologische Fortschritt hat längst das Gehirn ins Visier genommen. Schon jetzt ist vieles möglich: Per Denken Texte schreiben oder ein Computerspiel spielen - kein Problem! Über ein Hirnimplantat Querschnittsgelähmten einen Teil ihres Bewegungsspielraums zurückgeben - auch das ist schon möglich.

Doch mit dem Fortschritt wachsen die Erwartungen an unser Gehirn: Könnte unser Denken nicht effizienter werden? Brauchen wir wirklich acht Stunden Schlaf, um dem Gehirn Erholungsphasen zu ermöglichen? Können wir unsere Stimmungen nicht durch gezielte Hirnstimulationen aufhellen?

Wir sind dabei, eine gefährliche Grenze zu überschreiten, sagt Miriam Meckel. Wenn unser Denken berechenbar wird, werden wir optimierbar. Die 52-Jährige fordert: "Wir müssen die Autonomie über unseren Kopf behalten – als Kreativraum, Privatsphäre des Denkens und Refugium des Bewusstseins".

Miriam Meckel war bis Ende 2018 Herausgeberin der "Wirtschaftswoche". Seit Januar leitet die gelernte Journalistin innerhalb des Holtzbrinck-Verlages den Aufbau des neuen Digital-Magazins ADA. Außerdem ist sie Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Miriam Meckel vom Glück im digitalen Zeitalter und den Hoffnungen und Gefahren, die damit verbunden sind.

Gastgeberin: Karin Röder

Wiederholung eines Gesprächs vom März dieses Jahres.

Weitere Informationen

Buchhinweis:

Miriam Meckel: "Mein Kopf gehört mir. Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhacking", Piper Verlag 2018, Preis: 22,- Euro

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