Sabine Werth sprüht vor Elan. Und sie packt an. Als es der festangestellten Sozialarbeiterin nach elf Jahren beim Bezirksamt Charlottenburg langweilig wurde, machte sie sich selbstständig und gründete die erste Familienpflegevermittlung der Stadt.

Als sie 1993 von der amerikanischen Idee erfuhr, Lebensmittel einzusammeln und an Arme zu verteilen, lud sie alle 25 Obdachlosen-Einrichtungen in Berlin ein und befragte sie im Rathaus Schöneberg. 23 fanden die Idee gut, nur zwei protestierten. Helferinnen und Helfer wurden angeworben, ehrenamtlich. Es wurde Kuchen gebacken und die Presse eingeladen - die "Mutter" aller deutschen Tafeln war organisiert.

Was vor 25 Jahren mit klapprigen Privatwagen und dem Einsammeln alter Schrippen begann, ist heute eine bundesweite Institution, der Großkonzerne ganze Wagenflotten spenden, um ihr Image aufzupolieren.

Sabine Werth, die gerne lacht, ist mit ihrem blonden Stoppelkopf der Archetyp der aufrechten Einzelkämpferin. Sie hält Vorträge - den Bundesverband der über hundert deutschen Tafeln hat sie auch gegründet - und sie weiß um die Lebensfreude spendende Kraft, die Tafelengagierte prägt.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

Am 3. Oktober wird Sabine Werth für ihre Sensibilität und ihr mitreißendes Engagement mit dem Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler geehrt.

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