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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gila Lustiger über die Erinnerungskultur der Zukunft

Gila Lustiger

Die Tochter des Holocaust Überlebenden Arno Lustiger wird dessen Nachlass dem jüdischen Museum als Leihgabe übergeben und sie nimmt an der Abschlussdiskussion zum Thema: "Die Zukunft der Erinnerung - Anne Frank und das Gedenken an den Holocaust" teil.

Anne Frank

Das Schicksal von Anne Frank, die sich mit ihrer Familie vor den Nazis versteckte und dabei Tagebuch schrieb, kennt die ganze Welt. Vor 90 Jahren wurde sie in Frankfurt am Main geboren.

Zum dritten Mal begeht die Stadt Frankfurt den Anne Frank Tag und hat dazu auch Gila Lustiger eingeladen. Die Tochter des Holocaust Überlebenden Arno Lustiger studierte in Israel und lebt heute als Autorin in Paris. In ihrem Werk setzt sie sich u.a. mit dem jüdischem Leben im Dritten Reich und im Nachkriegsdeutschland auseinander.

hr2-kultur: Warum ist es so wichtig, dass wir das Tagebuch der Anne Frank auch heute noch in der Schule lesen?

Ein Faksimile des Tagebuchs der Anne Frank.

Gila Lustiger: Weil es der Geschichte ein persönliches Gesicht gibt und die Geschichte einfach näher bringt, die sonst viel zu abstrakt wäre.

Ihre Familie hat jahrelang, wie Sie sagen "schonend", über ihre Vergangenheit geschwiegen, warum war es so wichtig, das Schweigen zu brechen?

Lustiger: Ich bin mit "Die Bestandsaufnahme" meinem ersten Roman, da geht es um den Alltag unter dem Nationalsozialismus, wirklich 1 Jahr durch Deutschland getingelt. [...] Jeden Abend - 1 Jahr lang - sind Leute auf mich zugekommen nach der Lesung und haben mir ihre Kindheitstraumata erzählt. [...] Ohne Aufarbeitung spüren Sie die Konsequenzen und Nachwellen dieses Zivilisationsbruches.

Mit der Erinnerung wird es zunehmend schwieriger, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind. Was können, müssen wir tun, damit die Erinnerung nicht verblasst?

Lustiger: Das große Problem ist ja, dass man Erinnerung eigentlich nur durch persönliche Geschichten näherbringt und durch Menschen und durch Gesichter. Jetzt ist es unsere Aufgabe, die Aufgabe der Künstler, die Aufgabe der Schriftsteller, dieser Zeit ein menschliches Gesicht zu geben und Formen zu schaffen, die es ermöglichen, dass man nicht nur Daten und nicht nur Fakten liest, sondern auch, dass man in der Lage ist Empathie zu empfinden.

Weitere Informationen

Sendungen in hr2-kultur

12.6. | 12:05 Uhr | Doppelkopf | Meron Mendel - Aufklärer und Einmischer
15.6. | 14:04 Uhr | Lauschinsel | Kinder-Hörspiel über Anne Frank
16.6. | 12:04 Uhr (Wdh. 22.6. | 18:04 Uhr) | Kulturszene Hessen: 90. Geburtstag von Anne Frank

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur Kulturcafé, 12.6.2019, 17:45 Uhr

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