Es ist eins der großen Themen in unserer Gesellschaft – das Altern. Wie geht es alten Menschen, wenn sie dement werden, wenn sie pflegebedürftig oder krank werden, wenn sie vergessen werden? Der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl hat sich in einer Erzählung mit diesem Thema auseinandergesetzt und wird dafür mit dem "Wortmeldungen"-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet.

Was Thomas Stangl mit seinem Text "Die Toten von Zimmer 105" gelingt: Er macht die alten Menschen nicht zu Objekten, sondern die Leserinnen und Leser werden zum Subjekt. Er führt vor, wie alte Menschen unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, in dem Gegenwart und Zukunft in Beziehung gesetzt werden, meint die Jury. So führt Stangls Beschäftigung mit den Themen Alter, Demenz und Sterben schließlich zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit.

Am 26. Mai findet im Schauspiel Frankfurt die Preisverleihung statt. Thomas Stangl spricht dabei mit dem Palliativmediziner Ingmar Hornke, Autor und Journalist Tilman Jens und Helen Kohlen, Professorin für Care Policy und Ethik über das Thema seines Textes. Jury-Mitglied Stephan Lebert (Die Zeit) hält die Laudatio, Cécile Schortmann moderiert die Veranstaltung. Die Diskussion wird durch Auftritte des Kabarettisten Michael Quast gerahmt.

Der mit 35.000 Euro dotierte "Wortmeldungen"-Literaturpreis zeichnet herausragende deutschsprachige literarische Kurztexte (Essays, Reden, kurze Prosa, Erzählungen) aus, die sich kritisch mit gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Er wird seit 2018 jährlich verliehen. Der Literaturpreis wird von der "Crespo Foundation" ausgelobt. In der Kulturszene Hessen senden wir einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung.

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