Wenn eine Schriftstellerin für "aktiven Katastrophenschutz" ausgezeichnet wird, ist das ungewöhnlich. Im Falle von Sibylle Berg allerdings auch sehr treffend. Ihre satirisch-sarkastischen Texte schützen vor der Katastrophe des Lebens in saturierter Behäbigkeit, vor der Katastrophe der Existenz in einer kapitalistisch dekadenten Welt. Dafür wurde ihr nun der "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" verliehen.

Ihre Texte seien "Meisterwerke der aufklärerischen Groteske", urteilte die Jury. In der Kulturszene Hessen senden wir einen gekürzten Mitschnitt der Preisverleihung vom 9. März. Sibylle Berg und Förderpreisträger Jakob Nolte lesen aus ihren Texten; die Schauspielerin Katja Riemann hält die Laudatio auf Sibylle Berg.

Sibylle Berg schreibt in einer Vielzahl von Medien: Romane, Kurzprosa, Theaterstücke, Hörspiele, Songtexte, Essays. Sie schreibt satirische Texte für die ZDF-Talkshow "Schulz und Böhmermann" und verfasst für "Spiegel Online" die wöchentlich erscheinende Kolumne S.P.O.N. – Fragen Sie Frau Sibylle. Für ihre Theaterstücke erhielt sie 2016 den "Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis".

Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wird von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel seit 1985 jährlich vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus, deren Werk von Komik und Groteske auf hohem künstlerischen Niveau geprägt ist.

Der Förderpreis für Komische Literatur, dotiert mit 3.000 Euro, wurde an Jakob Nolte verliehen. Jakob Nolte schreibt Theaterstücke und Romane; sein Debütroman "ALFF" wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet und sein Roman "Schreckliche Gewalten" war für den Deutschen Buchpreis 2017 nominiert.

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