Das Brüder-Grimm-Haus in Steinau

Der kleine Ort Steinau an der Straße im Osten Hessens ist eine kulturelle Oase. Zwei Museen leistet sich die Stadt, das Museum Steinau und das Museum Brüder Grimm-Haus. Noch.

Nun allerdings werden die Museen der Stadt zu teuer

Der Werbeetat ist auf 2.800 Euro für beide Häuser geschrumpft, und auch die Ausstellungsetats werden immer geringer. Man überlegt gar Personal einzusparen und ein Drehkreuz für den Einlass zu installieren. Auch auf einen Museumsleiter möchte man jetzt, wo die Arbeit getan ist, gern verzichten.

Museumsleiter Burkhard Kling über Erfolge und Rückschritte seiner Museumsarbeit:

Burkhard Kling: "Der Zuspruch zu beiden Häusern ist sehr gut. Im Moment sind es zusammen 10.000 - 12.000 Besucher pro Jahr. Wir haben sehr viele internationale Gäste. Jeder vierte ist momentan ein Gast aus aller Welt. Natürlich wären die Zahlen noch steigerungsfähig - aber da fängt es schon an: Wir haben kaum Mittel, die Häuser und Ausstellungen richtig zu bewerben. So wie das etwa die Kollegen in Hanau und Kassel durchaus sinnvoll machen."

hr2-kultur: Hat denn die Stadt kein Interesse? Bei einem Werbeetat für beide Häuser von nur 2.800 Euro kann man ja fast nichts drucken.

Burkhard Kling: "Ja, eine einzige Zeitungsanzeige im mittleren Bereich kostet schon um die 1.000 Euro. Also man kommt wirklich nicht sehr weit damit. Das hat aber weniger mit 'kein Interesse' zu tun, das läuft bei manchen Kommunalpolitikern einfach nebenher. Die Frage ist: Wer sieht die Museen als Aushängeschild der Stadt? Und was möchte man damit? Das geht ja soweit ... wir mussten letztes Jahr 20.000 Euro Landeszuschuss zurückweisen, weil wir die Eigenmittel nicht hatten."

hr2-kultur: Sie haben sich an uns gewandt, weil Sie den Verdacht haben, dass in Steinau Leute aktiv gegen Sie arbeiten. Haben Sie Angst, dass die Museen irgendwann aufgegeben oder kaputt gespart werden?

Burkhard Kling: "Natürlich besteht diese Gefahr. Auch wenn ich sehr froh bin, dass der Bürgermeister sich hinter die Museen stellt. Aber, dass zwei der drei Fraktionen für eine Überprüfung der Kosten und eventuelle Konsequenzen gestimmt haben, das ist schon erschreckend. Da fallen Sätze, wie: 'Das muss kostendeckend arbeiten.' Kein Museum arbeitet kostendeckend, Museen weltweit sind auf Freunde und Förderer angewiesen. Im Haushalt der beiden Häuser wurden uns jedes Jahr immer mehr Bereiche weggekürzt - inzwischen habe ich schon nicht mal mehr die Möglichkeit, eingeladene Künstler zu bewirten. Und wir wissen alle, wenn irgendwo erstmal bestimmte Bereiche weggespart wurden, ist es sehr schwer, da wieder etwas zu reaktivieren."

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 16.7.2019, 17:10 Uhr

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