Ai Weiwei im K21 - Kunstsammlung NRW

Der international bekannte, chinesische Künstler zeigt jetzt in Düsseldorf seine Arbeiten - in der bisher umfassendsten Schau überhaupt. Zu sehen sind zahlreiche Schlüsselwerke des politischen Künstlers und Aktivisten.

Bei der Eröffnung wird Ai Weiwei von einer großen Schar Journalisten umringt, Blitzlichtgewitter. In gewohnter Contra-Haltung schlägt der Künstler-Aktivist zurück: zückt sein Smartphone und fotografiert die Journalisten.

"Everything is art - Everything is politics"

So beschrieb Ai Weiwei seine Arbeit - und unter diesem Motto steht auch die Düsseldorfer Ausstellung, die angesichts der oft enormen Größe seiner Installationen gleich in zwei Häusern statt findet: K20 und K21.

Flüchtlingskleider

Die Besucher sind praktisch gezwungen, durch die 40 Kleiderständer, behängt mit zurückgelassener Kleidung von Flüchtlingen aus Idomeni zu gehen: Vom Babystrampler bis zur Jeans sind die gereinigten Kleider in beklemmender Ordnung gebügelt und beschriftet aufgehängt. Titel der Arbeit: "Laundromat".

100 Tonnen Sonnenblumenkerne

Spektakuläre Ausmaße hat die 650 Quadratmeter große Arbeit "Sunflower-Seeds": 100 Tonnen Sonnenblumenkerne aus Porzellan, die in China von Hand bemalt wurden, sind in einem riesigen, rechteckigen Kasten knöchelhoch aufgeschüttet. Der Einzelne geht in der Masse unter.

"Ich bin selbst ein Migrant"

Das sagte der Künstler über sich selbst. Dafür steht in der Ausstellung ein 17 Meter langes Schlauchboot, nachgebaut aus Bambus und Sisal. Für die Düsseldorfer Schau hat Ai Weiwei auch ein Selbstporträt beigesteuert, das ihn gehend zeigt, voller Tatendrang. Eine klare Anspielung auf ein legendäres Foto des ebenso politischen Künstlers Joseph Beuys, den er sehr schätzt. "Er sieht besser aus", kommentiere Ai Weiwei.

(Tanja Küchle / Ulrike Hofsähs, dpa)

Sendung: hr2-kultur Kulturfrühstück, 17.5.2019, 7:15 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit