Atelierbesuch
Keilrahmen, Farbe, Verdünner, Pinsel - der Stoff, aus dem Künste sind Bild © hr/Blumenbecker

Wer sind die hessischen Künstler, die in unserer Nachbarschaft ihre Ateliers haben? Wie leben und arbeiten sie? Was sind ihre Themen, womit befassen sie sich? In unserer Reihe besucht Stefanie Blumenbecker ab sofort Künstler in ihren Ateliers und spricht mit ihnen über ihre Arbeit. Heute ist sie zu Gast bei Friederike Walter in Frankfurt.

Friederike Walter
Friederike Walter Bild © hr/Blumenbecker
Weitere Informationen

Friederike Walter

1975: geboren in Darmstadt
1998 - 2004: Studium Visuelle Kommunikation bei Prof. Heiner Blum, HfG
1999 - 2000: Assistentin bei Prof. Heiner Blum
2001 - 2002: Zwei Gastsemester bei Prof. Jan Dibbets, Kunstakademie/Düsseldorf
2003: Sommerakademie bei Prof. Magdalena Jetelová, Kunstakademie Düsseldorf/Plauen
2004: Diplomabschluss für Visuelle Kommunikation bei Prof. Heiner Blum, HfG
2005 - 2006: Aufbaustudium bei Prof. Eva Schlegel, Akademie der bildenden Künste/Wien
2007: Moldaustipendium, Cesky Krumlov/Tschechien, Hess. Ministerium für Kunst und Wissenschaft/Wiesbaden
2012: Artist in Residence Stipendium/Budapest, Kulturamt Frankfurt am Main

Einzelausstellungen ab 2010
2013: Betrachtung von allen Seiten, 1822-Forum/Frankfurt
2013: Blickwechsel, Galerie Lattemann/Darmstadt
2014: Galerie Maurer/Frankfurt

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Audiobeitrag
Kunstwerk von Friederike Walter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Kann man das Nichts malen?" Stefanie Blumenbecker im Atelier von Friederike Walter

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Kann man das Nichts malen? Kann man Ruhe zeigen? Die Bilder von Friederike Walter sind sanft, still und doch ein bisschen abgründig. Mit großen, ruhigen Farbflächen zeigt die Malerin leere, stille und undefinierbare Räume. Die Bilder wirken fast abstrakt. Da gibt es Eingänge, Flure, Ecken um die man fast sehen kann, Rampen, die den Boden anheben und Durchgänge. Man denkt vielleicht an Parkdecks, aufgeklappte Kisten, oder verlassene Büros.  Alle Orte sind rätselhaft. Manche erinnern den Betrachter vielleicht an etwas schon einmal Gesehenes, aber man kann es nicht greifen. Die Sogwirkung der Bilder von Friederike Walter entsteht durch die meisterhaft eingesetzte Perspektive und die sanften, feinen Farbverläufe. Kein Pinselstrich ist da erkennbar, allerfeinste Übergänge von hell nach dunkel scheinen beinahe ein- und auszuatmen. Zartes Grau und Rosa wird zu hellem Ocker oder Grün. Man spürt, wenn man Walters Gemälde betrachtet, dass diese Zeit brauchen. Zeit, um gemalt zu werden und Zeit um sich vor dem Betrachter zu entfalten.

Kunstwerk von Friederike Walter
Kunstwerk von Friederike Walter Bild © hr/Blumenbecker


Das Atelier ist still. Es ist groß und im Augenblick relativ leer. Viele Bilder von Friederike Walter sind gerade in einer Ausstellung. Einige Leinwände stehen mit dem Gesicht zur Wand. Es gibt wenige Möbel. Auffallend ist der grüne Fußboden, er erinnert ein wenig an eine Turnhalle. Die Ruhe des Ortes passt gut zu den Gemälden von Friederike Walter. Friederike Walter arbeitet sehr diszipliniert. So wie andere Menschen morgens ins Büro gehen, so kommt sie ins Atelier. Sie braucht Tageslicht, um malen zu können und sie braucht auch eine Form der inneren Ruhe.

Friederike Walter hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert. Auch wenn einige Studienaufenthalten sie ins Ausland führten, so lebt und arbeitet sie doch schon lange in Frankfurt am Main. Künstlerisches Arbeiten ist für sie zentral wichtig und ist weit mehr als ein Broterwerb:  Es ist zunächst absichtslos, ein Tun, das nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet ist.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 22.1.2018, 9:00 Uhr

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