Still aus dem Animationsfilm "Haytam"

Das jüngste Werk des Kulturprogramms der JVA in Wiesbaden ist der Animationsfilm "Haytham". Basierend auf den Biografien der mitwirkenden Gefangenen erzählt er die Geschichte eines Migranten, der auf der Flucht vor Kriminalität immer mehr zum Verbrecher wird.

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Der Animationsfilm "Haytam" zieht den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann. Entstanden ist er im Rahmen des Kulturprogramms der JVA in Wiesbaden. Peter Ederer von der Kultur- und Filmproduktion INVOLVE hat mit den jungen Gefangenen gearbeitet. Bei der Ausstellung könne man sehr gut sehen, dass die Figuren aus der Geschichte in Zusammenarbeit mit den Gefangenen und basierend auf ihren eigenen Geschichten entstanden seien. "Ich habe mit den Teilnehmern in Workshops erarbeitet wie eine Mutterfigur aussieht und abgefragt das persönliche Bild einer Mutterfigur ist."

Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in Europa strandet und ums Überleben kämpft. Seine Versuche, sich durch Müllsammeln eine Existenz aufzubauen, sind zum Scheitern verurteilt. Gedemütigt, von Straßenbanden erpresst und müde macht Haytam seine ersten Drogenerfahrungen um sich zu belohnen.

In dichten Sequenzen schildert der Film in einer knappen Viertelstunde wie sich die Existenz von "Haytam", dessen Name auf Arabisch "junger Adler" bedeutet, in einer steten Abwärtsbewegung immer weiter auf die Katastrophe zubewegt – auf die Tat.

Die Tat, die alles veränderte

Die Tat, die die Jugendlichen alle begangen haben und die sie in die JVA brachte. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Tat stand am Anfang des Schaffensprozesses. "Es gab Interviews, die geführt wurden, wo es ganz klar darum ging – erzähl uns erst mal deine Geschichte, damit wir dich kennenlernen. Und da haben sie ganz bewusst ihre Tat, ihre Geschichte, ihre Familiensituation dargelegt und darauf ist dann das Projekt aufgebaut worden", sagt Peter Ederer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gefangene zeigen ihre Geschichte: Ausstellung über ein Projekt mit JVA Wiesbaden

Still aus dem Animationsfilm "Haytham"
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Bei den Zeichnungen zum Beispiel habe er das auch so gemacht. Er hat die Jugendlichen darum gebeten, die eigene Tat auf Papier zu bringen. Aus den Initialzeichnungen der Jugendlichen haben die Macher dann die Animationen für den Film geschaffen – auch die Musik und Sounds sind in Workshops gemeinsam mit den jungen Männern konzipiert worden. Neben der für viele sicher ungewohnten Wertschätzung der eigenen Person kann durch die kulturelle Arbeit vor allem eines entstehen: eine Bewusstwerdung und Reflexion der eigenen Handlungen und deren Folgen.

Die Ausstellung im Künstlerverein Walkmühle präsentiert nicht nur den Film, sondern auch die Entstehungsgeschichte dahinter. Durch Zeichnungen, Skizzen, Interviews und dokumentarische Videos wird die vorsichtige Annäherung der Protagonisten an die eigene Person, vor allem aber an die alles verändernde Tat sichtbar.

Weitere Informationen

Walkmühle Wiesbaden

Ausstellung bis 5. Mai
Weitere Informationen unter www.walkmuehle.net

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Sendung: hr2-kultur Kulturfrühstück, 26.4.2019, 9:20 Uhr

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