Die Kinder der toten Stadt
Carolin Kascha spielt Hannah im Stück "Die Kinder der toten Stadt" Bild © Klaas Mertens

Im Papageno Musiktheater wird das Musikdrama "Die Kinder der toten Stadt" uraufgeführt. Der jüngste Darsteller ist gerade einmal elf Jahre alt. Ein Stück gegen das Vergessen.

Das Konzentrationslager Teresienstadt im Sommer 1944: Eine Delegation des Roten Kreuzes hat sich zur Inspektion angekündigt. Auf Anweisung des Lagerkommandanten soll zum Schein für die Besucher das komplette Lager aufgehübscht werden. Ein inhaftierter Komponist wird beauftragt, eine Kinderoper auf die Bühne zu bringen. Ein Propagandafilm wird gedreht. Kurz nach der Aufführung werden fast alle Häftlinge, auch die Kinder sowie das Filmteam in Auschwitz ermordet. Das ist passiert. Das Stück "Die Kinder der toten Stadt" ist den Opfern gewidmet. Ein extrem harter Stoff. Aber Hans-Dieter Maienschein, Leiter des Papageno-Theaters, und sein Sohn Niklas haben keinen Moment daran gezweifelt, das Stück aufzuführen.

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Die Kinder der toten Stadt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die Kinder der toten Stadt" im Papageno Musiktheater

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"Als mir das angeboten wurde, habe ich gesagt: Ich mach das. Ich will als Kinder- und Jugendtheater meinen Beitrag zu diesem Thema leisten. Es war schwierig das in den Spielplan mitreinzubringen, weil wir hatten ja anderthalb Jahre vorher schon den Spielplan fest, aber ich wollte mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und hab’s reingepackt und jetzt am Freitag ist Premiere", sagt Hans-Dieter Maienschein.

Begeistert von der Arbeit mit den Kindern

Für die Thematik gab es für alle Darstellerinen und Darsteller eine Einführung, sagt Niklas Maienschein: "Grundlagen hatten natürlich alle Kinder aus dem Geschichtsunterricht. Wir haben ganz klar gesagt: Das ist der Hintergrund, das ist der Ansatz, den wir dafür suchen wie wir die Geschichte erzählen wollen und was uns wichtig ist, was rübergebracht werden soll."

Theaterleiter Hans-Dieter Meinschein ist begeistert von der Arbeit mit den Kindern: "Es sind viele von der Frankfurter Oper dabei, vom Kinderchor. Wir haben ein Casting gemacht und es sind sehr begabte Kinder und Jugendliche dabei und es macht riesige Freude. Und es ging auch Rucki Zucki. Wir haben Vertrauen aufgebaut und setzen das, was wir ihnen vorsetzen, wunderbar um – in Gesang und im Schauspiel."

Ein echtes offizielles Casting das hat die 11-jährige Frida Killmer so rein gar nicht nervös gemacht. Aber … "Ich bin nervös für die Premiere. Aber ich mache auch bei der Frankfurter Oper mit. Und da bin ich auch ein bisschen daran gewöhnt", sagt die Darstellerin.

Junges raues Talent

Zwei prominente Unterstützerinnen hat das Musikdrama mit Iris Berben, die schon bei dem im Sommer erschienenen Hörspiel mitgewirkt hat und Opernsängerin Anna Maria Kaufmann.

"Ich unterstütze ein bisschen und ich bin auch da, um Mut zu geben und auch um schauspielerisch bisschen aus der Erfahrung was zu geben, was vielleicht hilft. Manchmal hilft ein Satz, um den richtigen Weg zu finden. Und wenn das junges raues Talent ist, dann sind die auch oft sehr begeistert und nehmen das auf, ohne Ego. Und die geben das einfach weiter, wahrhaftig, was toll ist", so Kaufmann.

Die Proben gehen los. Das Bühnenbild ist schwarz-grau, wie die Häftlingskleidung der Bewohner Teresienstadts. Ein Eisenbahngleis teilt die Bühne in der Mitte. Züge fahren ein und aus. Hunderte gehen, hunderte kommen.

Weitere Informationen

Die Kinder der toten Stadt

Papageno Musiktheater
Palmengartenstr. 11a, Frankfurt am Main

Mehr Informationen unter: www.papageno-theater.de

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Sendung: hr2-kultur Kulturfrühstück, 3.4.2019, 7:10 Uhr

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