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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Neue Blicke auf vermeintlich "Altbekanntes"

Bilder von Schmidt-Rottluff, Heckel und Kirchner aus der Ausstellung "Geheimnis der Materie"

Welches Material hat die führenden Expressionisten Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff fasziniert? Wie haben sie sich Gestalt und Farben genähert, wenn sie nicht auf Leinwand gemalt haben? Die Ausstellung im Frankfurter Städel ermöglicht Einblicke in Schaffen und Denken.

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Kämpfe, aus: Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso, 1915

Die Lösung des Geimnisses ist Holz - in bearbeiteter und behauener Form, bemalt und unbemalt, in schwarz-weiß und Farbe. In dieser widerspenstigen "Materie" steckten für Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff jede Menge Überraschungen und Eigenleben! Sie haben wie wild mit Holz experimentiert und die Besonderheiten aller möglichen unterschiedlichen Holzarten, Maserungen, Strukturen, Astlöcher, bewusst in ihre Holzschnitte und Skulpturen mit einbezogen. Oft bringen diese zufälligen Holz-Strukturen Bewegung ins Bild – sie können einen Wirkung unterstützen oder konterkarieren.


Erich Heckel, Weiße Pferde, 1912, Ausstellung "Geheimnis der Materie"

Das Städel fächert die ganz große Bandbreite in der Bearbeitung des Materials auf: Allein schon bei den Holz-Schnitten geht das von sehr flächigen Landschaftsdarstellungen, die fast schon abstrakt wirken, bis zu ausdrucksstarken Gesichtern: Charakterstudien, die einen – mit all ihren feinen, schwarzen und weißen Linien und den oft starken, wachen Augen – lange in ihrem Bann halten.

Ernst Ludwig Kirchner, Farbentanz, 1933, Ausstellung "Geheimnis der Materie"

Die Ausstellung ist reichhaltig gestaltet, und führt gleichzeitig konsequent und überzeugend auf das Thema hin. Die Motive sind neben einigen herausragenden Landschaften vor allem Menschen: Wir sehen wunderbare Bewegungsstudien - vornehmlich an nackten Frauen – die gerne mal verdreht posieren oder ekstatisch tanzen.

Karl Schmidt-Rottluff, Selbstbildnis, 1919

Auch formal erscheint die Ausstellung sehr einheitlich: Wir sehen einige Skulpturen und Druckstöcke, in erster Linie aber jede Menge Holzschnitte, insgesamt fast hundert, teilweise auch in Farbe gedruckt, vorwiegend aber schwarz-weiß. Da bersten keine Farben, sie ist leiser, dezenter, konzentrierte, homogener als wenn sie mit Gemälden bestückt wäre – und in sich sehr stimmig! So schafft sie es, absolut verständlich und begreifbar zu machen, wie die drei wirklich in den "Dialog“ mit dem Holz getreten sind.

Weitere Informationen

Geheimnis der Materie

Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff
bis 13. Oktober
Städel Frankfurt

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Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.6.2019, 7:30 Uhr

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