EU-Flagge

"Last Exit nach dem Brexit" titeln die Frankfurter Römerberggespräche am 11. Mai - und widmen sich unserem Bild von Europa. Zwei Wochen vor der Europawahl erkunden Intellektuelle öffentlich und bei freiem Eintritt, ob die Idee von einem gemeinsamen Europa angesichts der vielfach artikulierten Enttäuschungen und dem grassierenden Hass auf "Brüssel" noch realisierbar ist.

hr2-kultur hat im Vorfeld Referenten und Diskutanten der Veranstaltung eingeladen, ihre Position zu erläutern. Wir senden diese Gespräche im hr2-Kulturfrühstück gegen 8:45 Uhr und dokumentieren sie hier:

Europa muss seine Bürger beteiligen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found „Selbstverständlich ist Europa noch zu retten!"

Guerot
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Ulrike Guérot ist seit 2016 Professorin an der Donau-Universität Krems und Leiterin des dortigen Departments für Europapolitik und Demokratieforschung. Zudem ist sie Gründerin des European Democracy Labs in Berlin. Zuvor arbeitete sie in europäischen Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington und Berlin.

Sie sagt: "Europa muss in erster Linie von den Bürgern ausgehen, diese wurden oft übergangen und haben immer noch nicht über all die gleichen Rechte. Das muss sich ändern, wenn die Idee von Europa ein Erfolg sein soll."

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Sendung in hr2-kultur

19.5. | 12:04 Uhr | Kulturszene Hessen: Römerberggespräche - Last Exit nach dem Brexit. Ist Europa noch zu retten?

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Die Europäer brauchen emotionale Bindung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wer sich nicht zugehörig fühlt, interessiert sich auch nicht für die Dinge, die verhandelt werden."

Christine Landfried
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Christine Landfried lehrte Politikwissenschaft in Hamburg. Ihre Themen sind die Verfassungsgerichtsbarkeit, die Finanzierung der Politik und die europäische Integration. Sie analysiert, unter welchen Bedingungen kulturelle, ökonomische und politische Differenzen ein Potential für demokratisches Regieren sein können.

Sie sagt: Wenn ich der Meinung bin, dass meine Stimme nicht zählt, dann beteilige ich mich auch nicht an Diskussionen. Und dass ist genau die Kluft, die dazu führt, dass wir nur eine schwache europäische Öffentlichkeit haben. Das hat auch eine emotionale Dimension: Wer sich nicht zugehörig fühlt, interessiert sich auch nicht für die Dinge, die verhandelt werden. Und das haben wir bisher unterschätzt, dass das eine Rolle spielt.

Die Europawahl als Angriff auf die Demokratie

Philip Manow ist seit 2010 Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, des deutschen politischen Systems, und der Politischen Theorie. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen gehört die Studie "Die Politische Ökonomie des Populismus" (Suhrkamp 2018) sowie ein Sammelband über den Zusammenhang von Wohlstand und Wählerverhalten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die so genannten Protestwähler greifen das Fundament der europäischen Demokratie an."

Philip Manow
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Er sagt: „Wir werden es mit einer Protestwahl gegen Integration und gegen die EU zu tun haben. Wir sehen unterschiedliche Motive bei den Protestwählern, aber alle richten sich gegen das europäische Projekt. Die Gefahr ist absolut vorhanden, dass das Fundament der europäischen Demokratie angegriffen wird.“

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Die Römerberggespräche live erleben

im Schauspiel Frankfurt
Willy-Brandt-Platz
Samstag, 11. Mai 2019, ab 10 Uhr
Moderation: Alf Mentzer

Das Programm en detail finden Sie hier

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Eine offene Situation, im besten Sinne

Andreas Rödder ist seit 2005 Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er habilitierte sich 2001 mit einer Arbeit über die politische Kultur der britischen Konservativen zwischen 1846 und 1868. Rödder hat sechs Monographien verfasst, darunter "Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung" (2009), "21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart" (2015) und "Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems" (2018).

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wir können eine Demokratie nicht gegen eine Mehrheit von Anti-Demokraten aufrecht erhalten."

Andreas Rödder
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Er sagt: "Europa lebt mit seinen Krisen. Die momentane Situation ist offen und sie ist im besten Sinne offen. Man kann etwas gestalten und man sollte weder in Panik noch in billige Euphorie verfallen. Europäisch-demokratische Prozesse sind schwerfällig, aber ihre Ergebnisse sind letztendlich produktiver und menschenfreundlicher als durch autokratische Herrscher schnell entschiedene. Und wir brauchen eine Belebung aus der demokratischen Mitte. Der Bürger ist aufgefordert, sich einzumischen. Wir können eine Demokratie nicht gegen eine Mehrheit von Anti-Demokraten aufrecht erhalten."

Sendungen: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 6., 8., 9.5.2019, jeweils 8:45 Uhr; 10.5., 7:15 Uhr

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