Die Ordination fand in der Frankfurter Westend-Synagoge statt.
Die Frankfurter Westend-Synagoge - hier wurden 2016 drei junge Rabbiner ordiniert. Bild © picture-alliance/dpa

Am 7. März feiert das Jüdische Museum in Frankfurt Richtfest für seinen Erweiterungsbau. In hr2-kultur zeigten wir aus diesem Anlass an diesem Tag einige Facetten jüdischen Lebens in Frankfurt.

Vor 1933 war die jüdische Gemeinde in Frankfurt eine der größten in Deutschland; nach 1945 waren nur noch 30 Überlebende in der Stadt gemeldet. Als vor 30 Jahren das Jüdische Museum in Frankfurt eröffnete, war es das erste in der Republik, mit der Aufgabe an das jüdische Leben vor dem Holocaust zu erinnern. Heute blickt das Museum nicht mehr nur zurück, sondern auch auf das Leben der stark gewachsenen jüdischen Gemeinde in der Gegenwart. Mirijam Wenzel, die Direktorin des Jüdischen Museums, erzählt über die Pläne für ihr Museum. Am Thementag berichtete außerdem unser Kulinarik-Kritiker vom Pastrami-Essen im Bahnhofsviertel und von den Hamantaschen, die er in einem von Israelis betriebenen Café gekostet hat. Neben Frankfurter Rabbis kamen auch die Leiterin der Jüdischen Schule in Frankfurt zu Wort.

Jüdisches Leben heute - hr2-Reporter Jochanan Shelliem war in Frankfurt unterwegs

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Jüdisches Leben heute

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jüdisches Leben heute

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Wie gelingt Integration, wie sieht Aufklärung heute aus und wie lebt es sich in der Mainmetropole: hr2-Reporter Joachanan Shelliem war in Frankfurt am Main unterwegs, hat dort die ältestes jüdische Schule im deutschsprachigen Raum, die Lichtigfeldschule besucht, mit Rabbinern und Mitgliedern aus der Jüdischen Gemeinde gesprochen.

Was ist ein jüdischer Ort für Sie? - Mirjam Wenzel im Gespräch

"Was ist ein jüdischer Ort für Sie?", das ist nur eine Frage, die Mirjam Wenzel im Vorfeld der Neueröffnung des Jüdischen Museums in zwei großen Pop-Up-Projekten der Frankfurter Bevölkerung stellte. Mirjam Wenzel ist die Direktorin des Jüdischen Museums und bis ihr Museum 2019 neu eröffnet wird, hat sie sich ein Konzept ausgedacht, um die Strahlkraft des Museum in Frankfurt zu erhöhen.

Computer-Darstellung Jüdisches Museum Frankfurt
Computer-Darstellung Jüdisches Museum Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Am 7. März ist jetzt Richtfest und der Bezug der neuen und größeren Räume des Museums rückt näher. Außerdem feiert das Museum, es ist das älteste jüdische Museum in Deutschland, sein dreißigjähriges Bestehen. Was sich in diesen dreißig Jahren an Ideen und Schwerpunkten für das Museum getan und verändert hat und wie die Pläne von Mirjam Wenzel für die neuen Räumlichkeiten aussehen, dass hat sie am 4. März im Kulturfrühstück erläutert.

Zu Gast: Doron Kiesel über den Aufbau der "Jüdischen" Akademie

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Doron Kiesel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ein Ort des intellektuellen Austauschs." - Doron Kiesel über die zukünftige "Jüdische Akademie"

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Bis die Jüdische Akademie in Frankfurt ihre Arbeit aufnimmt, wird es noch etwas dauern, aber einen festen Ort im Stadtteil Bockenheim hat sie bereits. Wie die christlichen Akademien soll auch die jüdische Akademie eine Bildungseinrichtung werden. Mit ihrem Programm will sie zu einer toleranten, religionsfreundlichen und pluralistischen Gesellschaft beitragen. Prof. Dr. Doron Kiesel, der die 2013 in Berlin gegründete Bildungsabteilung des Zentralsrats der Juden als wissenschaftlicher Direktor leitet, soll die Akademie in Frankfurt aufbauen. Wie sie aussehen soll, erklärt der Erziehungswissenschaftler im Gespräch mit Alf Mentzer.

Pastrami & Homantaschen: Jüdische Küche in Frankfurt-Rhein-Main

Es gibt natürlich eine spezifische jüdische Küche. Allein durch die vielen Feier- und Festtage, aber auch durch die diversen Speise-Gesetze und -Tabus hat sie ihr eigenes Profil entwickelt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es eine breite jüdische Gastronomie bei uns gibt. Dafür gibt es Gründe. Der erste: Die jüdische Küche setzt sich, historisch bedingt, aus vielen Esskulturen zusammen Und der zweite Grund: Der Aufwand, ein jüdisches Restaurant zu betreiben, ist hoch.

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Maxie Eisen - Trendgastronomie im Frankfurter Bahnhofsviertel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jüdische Gastronomie in Frankfurt: Das Maxie Eisen serviert Pastrami

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Deshalb wird man zwar immer wieder Gastronomie finden, die von Israelis betrieben wird, aber auf den Speisekarten lässt sich Jüdische Esskultur dann nur vereinzelt entdecken - so ist es auch in Frankfurt und der Rhein-Main-Region, wie unserer Kulinarikkritiker Martin Maria Schwarz erkundet hat. Er stellt uns drei Orte mit jüdischen Spezialiäten vor.

Weitere Informationen

Jüdische Küche in Frankfurt - eine Auswahl:

Morcolade, Eichwaldstraße 2. 60385 Frankfurt
Hummus Küch‘, Textorstraße 31, 60594 Frankfurt
Maxie Eisen. Münchner Straße 18, 60329 Frankfurt

Ende der weiteren Informationen

Vorgestellt von Martin Maria Schwarz

CD-Tipp: Liona & Serena Strings: "Sefarad"

Die spanische Gruppe Liona & Serena Strings präsentiert auf ihrer CD "Sefarad" Musik aus der sephardischen Tradition. Als "Sefarad" wird auf Hebräisch die Iberische Halbinsel bezeichnet. Jahrhundertelang war sie mit Spanien und Portugal ein Zentrum jüdischen Lebens in Europa. Bis Ende des 15. Jahrhunderts alle Juden, die nicht zum Christentum konvertieren wollten, aus Spanien vertrieben wurden

Die Sehnsucht nach dem Heiligen Land

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Liona & Serena Strings: Sefarad

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Eine berührende musikalische Reise", Gregor Praml

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Fazit: Liona & Serena Strings vereinen auf dieser CD musikalische Einflüsse aus klassischer Musik, Folk und spanischer Musik, um die alten Geschichten der sephardischen Juden zu erzählen. Im Quartett gibt es neben der wundervollen Stimme von Liona Hotta, sehr feine und mit großer Musikalität gespielte Klänge einer Gitarre, einer Geige und einem Cello zu hören. Aber es gibt auch musikalische Gäste, die diese CD vor allem rhythmisch anreichern und damit auch abrunden. Eine berührende musikalische Reise, die uns geschichtlich um 1000 Jahre zurückversetzt.

Der Tag - Glaubenstark und unorthodox: Jüdisches Leben in Frankfurt

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zum Artikel Glaubensstark und unorthodox: Jüdisches Leben in Frankfurt

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2018 ist ein wichtiges Jahr für die Jüdische Gemeinde in Frankfurt. Sie feiert ein Jubiläum: 30 Jahre jüdisches Museum, das älteste in der Bundesrepublik. Jetzt ist Richtfest für den Neubau, der 2019 für das Publikum öffnen wird. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die jüdische Gemeinde in Frankfurt verändert. Sie ist gewachsen. Sie hat jüdische Migranten aus Russland erfolgreich integriert. Sie spielt in der Frankfurter Stadtgesellschaft eine wichtige Rolle und stellt sich mit und in zahlreichen Einrichtungen selbstbewusst dar. Kann das ein Vorbild für andere Migranten in Frankfurt sein? Und wie sehr fühlen sich Juden in Frankfurt zuhause? - Der Tag fragte in seiner Sendung am 7. März nach.

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