Atelier Klaus Schneider
Wirklichkeit jenseits der Sprache - im Atelier von Klaus Schneider Bild © Stefanie Blumenbecker/hr

Wer sind die hessischen Künstler, die in unserer Nachbarschaft ihre Ateliers haben? Wie leben und arbeiten sie? Was sind ihre Themen, womit befassen sie sich? In unserer Reihe besucht Stefanie Blumenbecker ab sofort Künstler in ihren Ateliers und spricht mit ihnen über ihre Arbeit. Heute ist sie zu Gast bei Klaus Schneider im Frankfurter Ortsteil Seckbach.

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Kunst von Klaus Schneider

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Aus nichts als Worten gemacht." Atelierbesuch bei Klaus Schneider

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Die Arbeit von Klaus Schneider ist geprägt von der Faszination und der gleichzeitigen Skepsis gegenüber unserer Kommunikation, gegenüber dem System "Sprache". Sprache, die sich über das gesprochene und das geschriebene Wort mitteilt. Worte, die sich wiederum zusammensetzen aus Silben und Lauten und in Kombinationen zueinander Sinnzusammenhänge, also Texte, bilden.

Unzulänglichkeit der Sprache

Künstler Klaus Schneider
Der Künstler Klaus Schneider in seinem Atelier Bild © Stefanie Blumenbecker/hr

Worte können die Quelle von Missverständnissen sein, sie können Empfindungen, Erfahrungen oder Ahnungen nur limitiert ausdrücken, sie können unzureichend sein oder auch mehrdeutig. Das Verständnis von Worten und Begriffen ist nicht nur geformt von unserer Bildung, den Informationen, die uns zur Verfügung stehen, es ist auch wesentlich geprägt von unseren persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Erkenntnissen. Seine eigene Unzufriedenheit bezüglich der Unzulänglichkeit der Sprache, brachte den Künstler Klaus Schneider zu einer Hinwendung zum Bild.

Ein Bild ist kein Text

Atelier Klaus Schneider
Im Atelier von Klaus Schneider Bild © Stefanie Blumenbecker/hr

Esin Bild entwickelt eine Wirklichkeit jenseits der Sprache. Es besteht aus Farben, Formen, Linien, Raum, Dynamik und Ästhetik. Das Entdecken eines Bildes findet zunächst jenseits der Sprache statt. Im Fall von Klaus Schneider aber ist Sprache gleichzeitig ein wesentlicher Bestandteil des Bildes als Bildkomposition. Viele seiner Bilder integrieren die Blindenschrift Braille als Punkte oder Kreise. Andere befassen sich mit der Gedichtform Haiku. Die Bilder von Klaus Schneider sind also eine Verbildlichung von Text und Buchstaben, somit eine Ästhetisierung von Sprache und gleichzeitig Sprachkritik.

Weitere Informationen

Klaus Schneider

1951                     geboren in Büdingen
1966 – 74             Lehre und Tätigkeit als Bauzeichner
1976                     Abitur
1976 – 83             Studium der Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstpädagogik,
J.W. Goethe Universität Frankfurt
1985 – 87             Studium der Radierung, Zeichnung, Malerei und Wandmalerei
an der I.S. Akademie für Bildende Kunst Salzburg

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

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Zur Webseite von Klaus Schneider

Vorgestellt von Stefanie Blumenbecker

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.3.2018, 8:45 Uhr

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