Norbert Frensch Atelier 1
Im Atelier von Norbert Frensch Bild © Stefanie Blumenbecker / hr

Wer sind die hessischen Künstler, die in unserer Nachbarschaft ihre Ateliers haben? Wie leben und arbeiten sie? Was sind ihre Themen, womit befassen sie sich? In unserer Reihe besucht Stefanie Blumenbecker ab sofort Künstler in ihren Ateliers und spricht mit ihnen über ihre Arbeit. Heute ist sie zu Gast bei Norbert Frensch in Frankfurt.

Audiobeitrag
Norbert Frensch Atelier 2

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wenn ich es beschreiben könnte, wäre die Faszination für das Bild weg..." Norbert Frensch

Ende des Audiobeitrags

Wenn man das Atelier von Norbert Frensch betritt, riecht es nach Ölfarbe und Malmittel und meistens auch nach Zigarettenrauch. Die Gemälde, die er hier entwickelt, erforschen konsequent die Mittel der Malerei, ebenso wie die Möglichkeiten der Wahrnehmung des menschlichen Sehens. Reduziert in den Farben, die meisten in Schwarz, Weiß oder Grau, können seine Bilder unterschiedlichste Formate annehmen. Manche Leinwände sind relativ klein und handlich, andere monumental.

Bild für Bild - ein Seherlebnis

Norbert Frensch 3
Die "unbeschreiblichen" Bilder im Atelier von Norbert Frensch Bild © Stefanie Blumenbecker / hr

Bei meinem Besuch in seinem Atelier wird eines nach dem anderem von ihm an die Wand gehängt oder gestellt. Mit jeder Leinwand, die er hervorzieht, nach vorne wuchtet und mir entgegendreht, tut sich ein wahres Seherlebnis auf. Der erste Eindruck: Meisterhaft. Hier weiß jemand, wie Malerei geht. Frensch orientiert sich in seinen Techniken an den alten Meistern, Schicht für Schicht, Farbauftrag für Farbauftrag werden die Bilder entwickelt. Den Anfang macht ein Kreidegrund, den er auf die selbst aufgezogene Leinwand setzt. Am Ende steht der Eindruck von Räumlichkeit, Höhen, Tiefen, Haptik, Materialität.

Weitere Informationen

Norbert Frensch

1960 geboren in Mainz / born in Mainz
1980-86 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg
lebt in Frankfurt am Main / lives in Frankfurt am Main
1989 Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg
1994 Arbeitsstipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst
1996 Balmoral-Stipendium, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems

Ende der weiteren Informationen

Eine Schale - und doch viel mehr

Norbert Frensch
Der Künstler Norbert Frensch in seinem Atelier Bild © Oliver Mark

Was er malt? Seit 25 Jahren ein und denselben Gegenstand – eine Schale aus Metall – profan, so wie man sie in der Küche hat. In seiner Malerei wird sie zu einer Skulptur – einem Inbegriff von Räumlichkeit. Sie wird regelrecht zu einem Geheimnis: still, dunkel, groß. Manche Betrachter erkennen sie gar nicht, sehen Landschaft und Horizont, andere Klangschalen und Mystik. Wieder andere ein Gleichnis für Fülle und Körper und Leere. Verborgen in der Dunkelheit, nur teilweise beleuchtet, lässt diese Malerei die große Stillebenkunst des 17. Jahrhunderts lebendig werden.

Zum Webauftritt des Künstlers geht's hier.

Unbeschreiblich

Außerdem gibt es da noch Abstraktes: Bilder, die sich jeder Bennenung entziehen und die der Künstler deshalb auch einfach "Graue" oder "KTL" oder "DG" oder "VG" benennt. Hinter diesen Kürzeln verbergen sich die verwendeten Farben und ihre Bezeichnungen. Was sieht man? Nebel, Licht... hervortreten, sich verbergen. Auch der Künstler selbst gelangt in unserem Gespräch an die Grenzen des mit Worten sagbaren "Man kann diese Bilder nicht beschreiben, man muss sie leider sehen".

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.3.2018, 8:45 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit