Märklin Moderne - Villa im Tessin
Faller-Bausatz "Villa im Tessin" (seit 1961) Bild © Gebr. FALLER GmbH

Die spannende Ausstellung "Märklin Moderne – Vom Bau zum Bausatz und zurück" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Nicht nur für Tüftler.

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Märklin Moderne - "Auto-Rast"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Welt um die Schienen - über die Ausstellung "Märklin Moderne"

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Im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt ist jetzt eine Ausstellung mit dem Titel "Märklin Moderne" zu sehen. Modellbausatz-Gebäude für die kleinen Welten im Hobbykeller. Aber die in Tüftelarbeit aus Plastik-Teilen zusammengeklebten Architekturen sind mehr als Requisiten auf der Modellplatte. Erstaunlich fortschrittlich waren die Modelleisenbahner in der Wirtschaftswunderzeit, denn sie stellten sich gerne avantgardistische Bauten auf ihre Modellplatten.

Die heute bedrohte Nachkriegsmoderne im Modellbauformat

Märklin Moderne - Guscetti-Villa
Das Vorbild für den Faller-Bausatz "Villa im Tessin": die Guscetti-Villa Bild © Hagen Stier

Hochhäuser mit Rasterfassade, eine Tankstelle mit rundem Panoramarestaurant und auch die legendäre "Villa im Tessin", im Stil des "american way of life". Acht Original-Modelle werden ergänzt durch große Farbfotos, die Modell und Original im Vergleich zeigen. Denn, so das Ergebnis der kuratorischen Grundlagenforschung, es gab für die Modellbausätze viel mehr reale Vorbilder als man dachte. Das Modell der "Villa im Tessin", gebaut nach dem realen Vorbild der Guscetti-Villa, wurde über 400.000 verkauft und soll als zusammengeklebtes Modell sogar Architekten inspiriert haben.

Früher war weniger Klischee

Ob Faller, Pola, Kibri oder der DDR-Spielwarenhersteller Vero, alle boten in den 1950er bis 70er Jahren Modelle zeitgenössischer Architektur an. Damals, so die Kuratoren, hielten sich moderne und dörfliche anheimelnde Architektur die Waage. Heute sieht man in den Katalogen hauptsächlich Klischees.

Zwischen Weltbeherrschungsfantasie und räumlicher Selbstbeschränkung

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Verspielt und interessant zugleich ist diese ungewöhnliche Ausstellung. Das Architekturmuseum zeigt sie, obwohl Architekten eigentlich verächtlich auf solche Modellbahn-Bausätze blicken. Denn sie sind, damit sie auf die Modellplatten passen, oft unmaßstäblich und ihre Konstruktion manchmal sinnfrei. Doch so geht es dem leidenschaftlichen Modellbahn-Bastler: er ist hin und her geworfen zwischen Weltbeherrschungsfantasie und räumlicher Selbstbeschränkung, sagt Kurator Oliver Elser über das Hobby, das - bislang jedenfalls - in unserer Zeit eigentlich als wenig modisch gilt.

Vorgestellt von Gudrun Rothaug

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 18.5.2018, 16:15 Uhr

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