Courtesy: Galerie Anita Beckers, Christiane Feser

Die Foto-Objekte von Christiane Feser aus Frankfurt sind kunstvolle, geometrische Reliefs, vorwiegend in schwarz-weiß. Sie bestehen aus Kreisen oder Linien, aus hunderten kleinen, weißen Quadraten, die irritierend organisch aussehen, dicht an dicht, oft wie ein meterlanger Teppich aus Bienenwaben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Man fragt sich sofort: Ist das jetzt eine Skulptur oder ist das doch fotografiert?"

Fotografie von Christiane Feser
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Feser bastelt immer zuerst etwas Dreidimensionales aus Papier oder Karton, fotografiert es - und arbeitet dann mit der entstandenen Fotografie weiter, knickt sie, schneidet und klappt Formen heraus - oder trägt sogar dicke Lackfarbe auf! Der "Teppich aus Quadraten" etwa war ursprünglich wirklich eine Ansammlung aus hunderten, handgebastelten Papier-Rahmen.

Fotografie von Christiane Feser


Extrem faszinierend ihre "Lamellen"-Bilder: Da knickt Christiane Feser das Papier wie eine Zieharmonika oder ein Rollo. Dann legt sie das Papier gewölbt auf den Boden und fotografiert es. Durch die Wölbung erscheinen gewisse Bereiche des Papiers auf dem Foto nachher unscharf und weich. In anderen Bereichen entstehen dagegen richtig scharfe Kanten. Und am Ende knickt Feser dieses Foto selbst wieder zu einer Art "Zieharmonika" und macht es so zu einem Relief.

Fotografie von Christiane Feser

Christiane Feser arbeitet bewusst an der Grenze zwischen Fotografie und Skulptur, weil sie hinterfragen möchte, was Fotografie überhaupt ist. Sie geht dabei aus von der landläufigen Definition als "Lichtbild" aus, weil noch tatsächlich ein Film belichtet wurde. Darum konzentriert sie sich in ihren Arbeiten sehr oft auf das Verhältnis von Licht und Schatten.

In einer sehr feinen, leichten Arbeit, hat Christiane Feser hunderte Stecknadeln so in weißes Papier gesteckt, dass sie verzweigte Verästelungen ergeben: Schatten, die die Nadeln in alle Richtungen werfen. Aber nur ein einziger Schatten um eine Nadel herum ist echt, wird also gerade durch das Licht geworfen – alle anderen Schatten sind fotografiert. So verwischt sie bewusst die Grenzen der Fotografie und weist gleichzeitig genau auf diese Grenzen hin. Damit irritiert sie, verwirrt uns auf eine herrliche Weise! Ihre Foto-Objekte wollen entdeckt werden!

Weitere Informationen

Christiane Feser

Relative Varianten
Opelvillen Rüsselsheim
bis 11. August 2019
Öffnungszeiten:
Mi 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr
Fr bis So 10-18 Uhr

nur noch bis 25. Mai 2019
sind in dieser Sammelausstellung zwei Werke zu sehen:
Nullpunkt der Orientierung,
Fotografie als Verortung im Raum

Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 21.5.2019, 7:30 Uhr


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