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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum man hier durchs Fegefeuer muss

Limburg Ausstellung - "Wir zeigen uns!"

Die Ausstellung ist extrem heterogen. Hochwertige herausragende Künstler, die sich in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben haben. Direkt daneben Provinzielles, von vielleicht regionalhistorischem Interesse. Kurz: Dinge, die Freude machen und Dinge, die man nicht sehen will.

Die Kunstsammlung wird im Alten Rathaus am Fischmarkt gezeigt. Ein historisches Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, schwierig zu bespielen. In den 80er Jahren wurde alles saniert, allerdings in schlammfarbenen Kacheln. In den Wänden große Bögen, in die Lichtleisten gesetzt sind, große dunkle Eichenbalken unter einer Galerie, ein freistehendes Treppenhaus in dunkler Eiche.

Wie soll sich Kunst darin behaupten?

Die vermeintliche Lösung: Man hat große farbintensive Malerei von Franz Politzer in die Bögen gehängt. Das waren Schenkungen an die Stadt. Leider tut das weder dem Raum noch den Bilder gut.

Man muss durchs Fegefeuer, um Erlösung zu finden.

Limburg Ausstellung - "Wir zeigen uns!"

Es sind tatsächlich noch einige Entdeckungen zu machen. Künstler wie Rudolf Fuchs, Adam Wolf oder Klaus Panzer haben einen biografischen Bezug zu Limburg. Es sind teils Landschaften, teils Portraits, teils Stadtansichten. Von Klaus Panzer zum Beispiele liebevolle, elegante Radierungen von Limburgs Altstadt.

Die echten Highlights sind im 1. und 2. Stock

Limburg Ausstellung - "Wir zeigen uns!"

Die schwierige Raumsituation setzt sich hier zwar fort: niedrige Decken, dunkle Fußbodenleisten, sehr dicht gehängt. Aber: das Künstlerpaar Josef Eberz und Getrud Eberz-Alber ist herausragend. Eberz ganz klar Expressionist: starke, leuchtende, juwelenartige Farben, kristalline Formen, aufgelöste Perspektive. Darin finden sich Orientsehnsucht, Kriegserlebnisse und Gesellschaftskritisches. Teils verstörend, wenn z. B. Gesichter ohne Augen dargestellt sind.

Limburg Ausstellung - "Wir zeigen uns!"

Getrud Eberz-Alber wurde von der Kunstgeschichte nahezu vollständig übersehen. Sie hat eine ganz eigene, vielseitige Position. Starke Aquarelle zeigen überbordende, florale Landschaften, die sehr poetisch, ja märchenhaft, anmuten. Ihre Arbeiten erinnern vage an die ganz frühen Landschaften von Kandinsky. Das wünsche ich mir öfter zu sehen.

Sendung: hr2-Kulturfrühstück, 18.06.2019, 7:30 Uhr

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