Eva Menasse

Seit 1986 werden in der hessischen Landeshauptstadt die Wiesbadener Literaturtage veranstaltet, die sich zu einem kulturellen Highlight entwickelt haben. Im Jahr 2019 ist die renommierte Autorin Eva Menasse die Gastgeberin.

Für die renommierte Schriftstellerin und das Organisationsteam des Literaturhauses war es - um bei ihrem Bild zu bleiben - ein sicherer, wenn auch aufregender Flug bis zum fertigen Programm des Festivals, das an verschiedenen Orten in der hessischen Landeshauptstadt stattfindet. "Ich wollte radikal nach dem Lustprinzip vorgehen, habe aber schnell gemerkt, dass man sich mit dem Kuratieren auch immer selbst porträtiert", so Eva Menasse.

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Wiesbadener Literaturtage

verschiedene Orte, Wiesbaden
15. bis 21. September

www.wiesbaden.de

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Die Programmbroschüre von Eva Menasse liest sich wie eine Art Freundschaftsbuch. Mit Veranstaltungen zu dem Dokumentarfilmemacher Michael Glawogger, dem Komponisten Georg Kreisler oder dem Schriftsteller Heimito von Doderer fällt nicht nur der Bezug zu ihrem Heimatland sofort ins Auge, sondern es bilden sich darin Eva Menasses Vorlieben und Interessensgebiete in allen Sparten der Künste ab.

Zu den Highlights gehören so bekannte und hochkarätige Künstler wie Sven Regener oder Senta Berger. "Die Veranstaltungen hängen untergründig zusammen. Ich vermute, ein Knoten ist ein gewisses Forschen nach dem Verhältnis von Freiheit und struktureller Ordnung in den Künsten", so die Kuratorin über ihr Programm.

Auftakt am 15. September mit Eva Menasse

Zum Auftakt des Festivals liest Eva Menasse am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr im Museum Wiesbaden aus zwei autobiographischen Texten über Musik, Komponisten und die Kunst des Scheiterns. Dazu präsentieren die junge Mezzosopranistin Silke Gäng und Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel Musikstücke von Händel, Haydn oder Gluck, die in ihrem Schreiben Erwähnung finden.

Der zweite Festivaltag bringt dem Publikum den österreichischen Filmemacher und Schriftsteller Michael Glawogger näher, ihren "künstlerischen Sparring-Partner", wie Eva Menasse ihn nennt. Der enge Freund und renommierte Autor Sven Regener führt dabei in dessen Leben und Werk ein. Im Anschluss werden die Filme "Workingman’s Death" und "Untitled" in der Caligari Filmbühne gezeigt.

Mit der Lesung von Zora del Buono und Iris Wolff am Dienstag, 17. September, im Literaturhaus Villa Clementine, sowie der Diskussionsrunde über schreibende Frauen am Donnerstag, 19. September im Frauenmuseum, stehen in Eva Menasses Programm gleich zwei Tage ganz im Zeichen der Sichtbarmachung von Autorinnen und literaturschaffenden Frauen. Dass der Kuratorin gerade die in ihren Worten "engagierte Zeitgenossenschaft" besonders wichtig ist, zeigt sich auch am Mittwoch, 18. September, wenn hochrangige Diskutanten im Museum Wiesbaden über die Frage "Wie frei ist sie noch, die Kunst?" sprechen.

Der Freitag, 20. September, hält ein weiteres musikalisches Highlight bereit. Auf der Studiobühne des Hessischen Staatstheaters wird Sandra Kreisler weitgehend unbekannte und teilweise unveröffentlichte Chansons ihres Vaters Georg Kreisler – einem der bekanntesten Chansonkomponisten und Dichter Österreichs – neu interpretieren und so mit einer ganz eigenen Note versehen.

Abschluss mit Senta Berger im Caligari

Zum Abschluss der Literaturtage in Wiesbaden ist die Grande Dame der Film- und Fernsehlandschaft, Senta Berger, in der Caligari FilmBühne zu Gast. Sie liest Auszüge aus dem Werk Heimito von Doderers, dem ausgesprochenen Lieblingsschriftsteller von Eva Menasse. Im Anschluss an die Lesung wird der Film "Das Diarium des Dr. Döblinger" aus dem Jahr 1986 gezeigt, der sich lose an dem österreichischen Autor und seinem Leben orientiert.

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Sendung in hr2-kultur

Kulturszene Hessen: "Schreibende Frauen"
Wir senden einen Mitschnitt einer Diskussionsrunde am 19. September im frauen museum Wiesbaden. Mit dabei sind:
Die Schriftstellerin Zsuzsa Bánk, Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Es moderiert die Journalistin Ursula März.

06.10.2019, 12:04 Uhr

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