Oliver Sieber: Blonder Engel

Die Ausstellung in der Kunsthalle Gießen zeigt Fotografien und Videoarbeiten der Künstler Katja Stuke und Oliver Sieber. Was verbirgt sich hinter der Ausstellung mit dem Titel "Sequence as a Dialogue"?

Es ist ein sehr überraschender Blick auf Japan, ganz abseits von den bei uns recht verbreiteten Klischees von Kirschblüte, Kimono und Teezeremonie. Man vermutet es nicht bei dem Titel "Sequence as a Dialogue" der Ausstellung in der Kunsthalle Gießen, aber Anarchie steckt dahinter. Die Ausstellung zeigt ein Japan der Gegen- und Popkultur: Punks in Lederkutten mit Irokesenstacheln, linke Protestbewegungen, die mit Megafonen und Schildern lautstark durch die Stadt ziehen und japanische Megapopstars, die öffentlich Abbitte leisten.

Farbenprächtig und wohlgeordnet

Daneben zeigen die Foto- und Videoarbeiten von Stuke und Sieber auch oft Infrastruktur: in erster Linie Straßenzüge im Großstadtdschungel. Das ist einerseits überwältigend farbenprächtig und andererseits sehr wohlgeordnet.

Katja Stuke und Oliver Sieber hinterfragen in ihren Arbeiten immer auch ihr eigenes Medium: Foto- und Video-Bilder als Informationsträger, mit denen Sachverhalte, Themen und Emotionen transportiert werden. Darum erscheinen einige Fotos auch mehrfach, in verschiedenen Kontexten und Kombinationen und tatsächlich wirken die gleichen Fotos in einem anderen Kontext ganz anders.

Für Stuke und Sieber bildet Japan eine Matrix, in der sie allgemeingültige Themen besprechen – Themen, die uns alle betreffen: Freiheit, Stigmatisierung, persönliche Identitätsbildung, kollektive Strukturen, gellschaftliche Veränderung und Möglichkeiten des Protests.

Kunsthalle Gießen
"Katja Stuke und Oliver Sieber. Sequence as a Dialogue"
bis 18. August 2019
Mehr Informationen unter www.kunsthalle-giessen.de

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 1.7.2019, 7:30 Uhr

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