Eva Menasse

Die österreichische Schriftstellerin erhält den nach dem Frankfuter Publizisten Ludwig Börne benannten und mit 20.000 Euro dotierten Preis für herausragende Essays, Kritik und Reportagen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ich bin wie ein Schwamm..." Eva Menasse über ihre Rolle als Schriftstellerin

Eva Menasse
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Die Wahl traf als alleiniger Preisrichterin der Verleger und Autor Florian Illies. Der nach dem Publizisten Ludwig Börne (1786-1837) benannte Preis wird am 26. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht. Illies bescheinigt Eva Mennasse in seiner Begründung: "Sie schaut hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstsein".

In ihren Essays und Reden zeige sie, "welch gesellschaftlich zentrale Funktion die schriftstellerische Intervention haben kann". Im vergangenen Jahr fungierte die Fernsehmoderatorin Maybrit Illner als Preisrichterin. Sie erkannte die Auszeichnung der Frankfurter Journalistin Souad Mekhennet zu.

Frank Schirrmacher

Vorherige Preisträger waren unter anderen der Literat Hans Magnus Enzensberger, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, der Philosoph Peter Sloterdijk, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher.

Zitat
„Ich kritisiere nicht 'das Internet', sondern mache nur wie ein Leierkasten darauf aufmerksam, dass wir seine Folgen auf unsere Psyche, auf unsere Wahrnehmung, auf unser Verhalten genausowenig einschätzen können wie die Folgen von neuen Medikamenten oder von Gentechnik in Medizin und Landwirtschaft. Anders als bei Pharmazie und Gentechnik haben wir aber kein Problembewusstsein dafür.“ Zitat von Eva Menasse, 2018
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Die 1970 in Wien geborene und in Berlin lebende Schriftstellerin Eva Menasse, die Schwester des Schriftstellers Robert Menasse, arbeitete zunächst als Journalistin für die österreichische Zeitung "Profil" und die FAZ. Ihr erster Roman "Vienna" über eine Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln erschien 2005. In "Quasikristalle" aus dem Jahr 2013 führte sie eine Frau exemplarisch und nicht so fern von ihrer eigenen Lebenserfahrung durch die verschiedenen Lebensabschnitte. Für Ihren Roman "Tiere für Fortgeschrittene" erhielt sie den Österreichischer Buchpreis 2017. Im vergangenen Herrbst eröffnete sie mit einem "kulturpessimistischen Rundumschlag gegen den digitalen Zeitgeist" (Perlentaucher) das Internationale Literaturfestival in Berlin.

Ludwig Börne auf einem Gemälde von Moritz Oppenheim

Die renommierte Auszeichnung erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden scharfzüngigen Autor, der ein Vorkämpfer für bürgerliche Freiheiten war und als Begründer des politischen Feuilletons gilt.

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Sendung: hr2-kultur, Kulurcafé, 5.2.2019, 16:30 Uhr

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