Cover Adriana Altaras: Die jüdische Souffleuse (Roman)

Es gibt nur wenige jüdische Autoren in Deutschland. Deshalb ist ein neues Buch von Adriana Altaras, die lange in Gießen gelebt hat, schonmal der Betrachtung wert. Und nach ihrem vielfach beachteten Familienbericht "Titos Brille" der ebenso erfolgreich verfilmt wurde erst recht. Auch hier verbindet sie Erfahrung, Erleben und Fiktion.

Auf der Suche nach Verwandten

Die jüdische Souffleuse ist eine nicht mehr ganz junge Frau, die die Ich-Erzählerin, eine freie Opernregisseurin namens Adriana Altaras, an einem Provinztheater kennenlernt. Sie erzählt ihr von dem Vater, der im Sonderkomando das KZ Auschwitz überlebte und von ihrer Suche nach weiteren Familienmitgliedern. Sie ist überzeugt, nur Adriana kann ihr jetzt noch helfen! Es entwickelt sich eine merkwürdige Freundschaft bei dieser Suche, die gleichermaßen in die furchtbare Vergangenheit führt, wie in die überraschende Gegenwart.

Fazit

Es ist erstaunlich, wie es Adriana Altaras gelingt, bei diesem Thema einen humorvollen Ton zu bewahren. Sie erzählt  von den Absurditäten des Theateralltags, ohne jemanden bloßzustellen und der ebenso intensiven wie abenteuerlichen Reise dieser beiden Frauen und offenbart darin einen wichtigen Teil der unvergesslichen Geschichten des 20. Jahrhunderts, den sie auf ganz leichte Weise mit der der Nachgeborenen verbindet.

Adriana Altaras - Die jüdische Souffleuse

Verlag Kiepenheuer & Witsch

208 Seiten

20,00 Euro

hr2-Kulturfrühstück, 29.11.2018, 8:30 Uhr

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