Podcast Annie Ernaux: Erinnerung eines Mädchens

Annie Ernaux: Erinnerung eines Mädchens

Der Sommer 1958: Pelé wird Weltmeister, Charles de Gaulle kehrt in die Politik zurück und Dalida singt im "Mon histoire, c’est l’histoire d’un amour" im Radio. Eben hat Annie ihr letztes Schuljahr beendet, da findet sie sich als Betreuerin in einer Ferienkolonie wieder. Dort hat sie ihre erste sexuelle Begegnung.

Diese Nacht löst eine Kette folgenschwerer Ereignisse aus, denen sich die französische Schriftstellerin erst über fünfzig Jahre später in ihrem Roman "Die Erinnerungen eines Mädchens" zu stellen vermag. In ihrem Roman fordert Annie Ernaux die Leser heraus, indem sie ihnen bei der Bewertung der sexuellen Erfahrungen, die die junge Annie im Sommer 1958 in einer französischen Ferienkolonie macht, keine althergebrachten Deutungsmuster an die Hand gibt.

Fazit

Gerade indem sie ganz anders über Missbrauch spricht als die meisten anderen Frauen, die ähnliches erlebt haben, stellt Ernaux ihr literarisches Können unter Beweis. Ein beeindruckender Roman, über den man noch lange nachdenkt.

Annie Ernaux
Erinnerung eines Mädchens
Suhrkamp Verlag
20 Euro

Sendung: hr2-Kulturfrühstück, 10.10.2018, 8:30 Uhr

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