Assaf Gavron: Achtzehn Hiebe
Im Taxi durch Tel Aviv - und die Geschichte Bild © Luchterhand

Wie macht man ein historisches Ereignis publik, an das sich keiner erinnern kann? Und wie kam es dazu, dass David Ben Gurion vor siebzig Jahren in der Bibliothek von Tel Aviv die Unabhängigkeit des Staates Israel und damit den Sieg über die englische Kolonialmacht verlas? Und wie packt man eine Liebesgeschichte und einen Kriminalroman gemeinsam in ein Buch? Mit Erfolg, sagt hr2-Literaturkritiker Jochanan Shelliem.

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Assaf Gavron: Achtzehn Hiebe (Detail)

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Achtzehn Peitschenhiebe auf den nackten Hintern - gibt's in Assaf Gavrons neuem Roman

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Assaf Gavron, Sohn zionistischer Immigranten der ersten Stunde hat eine Vorliebe für die Verarbeitung zeitgeschichtlicher Ereignisse. Und er kann gut erzählen. Als Ich-Erzähler hat er die Figur des Eitan Einoch - der abgestürzte IT-Fachmann aus Tel Aviv aus seinem Roman "Ein schönes Attentat" - reaktiviert. Nach dessen kurzem medialen Höhenflug als Überlebender dreier Terroranschläge an einem Tag futtert er sich nun mit Erdnüssen als Taxifahrer durch die Stadt und versucht seine Scheidung zu verkraften. Eitan wittert einen Fall, als er erkennt, dass die sympathische alte Dame, sein neuer Stammgast, in den Banküberfall von 1946 verwickelt war.

Krimi mit Herz

Zum Erzählen braucht man zwei, für Liebesverwicklungen am besten vier. Und so knüpft Assaf Gavron gleichsam wie mit Weberknoten beim Makrame aus der Liebesgeschichte zweier Jüdinnen im besetzten Palästina mit zwei jungen Mandatssoldaten das romantische Muster einer Ereignisfolge, die zu mehreren Toten und einem historischen Abzug führt.

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Assaf Gavron: Achtzehn Hiebe

Übersetzt von Barbara Linner
Luchterhand Literaturverlag
416 Seiten
22 Euro

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Fazit

Gelungen ist Assaf Gavron eine symmetrische Verwebung der beiden Genres von Liebes- und Kriminalroman. Ein rotzfreches Buch mit vielen Seitenhieben zum Siebzigsten Geburtstag eines Staates, der nie einen Frieden kannte.

Vorgestellt von Jochanan Shelliem

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 14.5.2018, 08:30 Uhr

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