Podcast Bernard MacLaverty: Schnee in Amsterdam

Bernard MacLaverty: Schnee in Amsterdam

Der nordirische Autor Bernard MacLaverty hat mit seinem neuen Roman ein Buch über die Ehe im Alter und was von ihr bleibt, wenn es viel Trennendes gibt, geschrieben.

Es sollte ein anregendes Intermezzo werden, ein Lichtblick im eintönigen Glasgower Januargrau: ein paar Tage Amsterdam, so der Plan des Rentnerpaares Stella und Gerry, würden ein bisschen Abwechslung und Belebung in ihren Ehealltag bringen, zu dem es gehört, dass ihre Handys nachts "Seite an Seite" aufgeladen werden.

Im Gegensatz zu ihm, dem abtrünnigen Katholiken, hält Stella an ihrem Glauben fest: und Gerrys ständige Spötteleien über den "größten Schwindel" ihres Lebens setzen ihr mehr zu als sein Alkoholkonsum. Sie sucht nach einem Ausweg, will einen Neuanfang, außerhalb ihrer Ehe. Ein Mann und eine Frau und die Frage, was bleibt, wenn im Alter das Trennende schwerer ins Gewicht fällt als das Verbindende.

Fazit

Das Licht ist trügerisch in diesem Roman: Farben verändern sich und mit ihnen die Substanz, Schatten verschieben die Grenzen: Wie etwas wirkt, hängt von der Beleuchtung ab und von der Laune, in der es gesehen wird. Ein Tanz trächtiger Bilder und Situationen, in ihrer Einzigartigkeit so grundlegend und exemplarisch, dass sie vertraut wirken und eigene Erinnerungen auslösen, die sich mit ihnen mischen.

Das Lesen ist ein Rausch: Als hätte man nicht nur eins sondern Stapel von Büchern in sich hineingeschüttet, ein Rausch, der einen klar sehen lässt, solange man die Seiten im Blut hat.

Bernard MacLaverty
Schnee in Amsterdam
Übersetzung: Hans Christian Oeser
C.H. Beck Verlag 2018
22 Euro

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