Podcast Elena Ferrante: Frau im Dunkeln

Elena Ferrante: Frau im Dunkeln

Man weiß immer noch nicht, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, aber das hat Elena Ferrantes Erfolg keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Jetzt werden frühere Bücher von ihr wiederaufgelegt. Die Hauptfigur Leda hat eine unerklärliche Wunde: Unterhalb ihrer Rippen hat sie einen Stich. Die Ärzte können sich das gar nicht erklären. Leda ist Ende 40 und führt ein wunderbar intaktes Leben. Sie hat zwei erwachsene Töchter, die beide in Toronto leben und ist Professorin für Literatur an der Hochschule. In ihren Ferien will sie sich etwas Gutes gönnen und fährt mit dem Auto ans Meer. Als sie das Strandleben genießt, bricht eine neapolitanische laute Familie ins Idyll ein. Darunter ist eine junge Frau mit einer kleinen Tochter. Von der Frau ist Leda vollkommen fasziniert.

Irgendwann ist das kleine Mädchen weg, Leda findet sie und alle sind ihr unglaublich dankbar. Doch das Mädchen hat seine Puppe am Strand verloren. Leda hat sie eingesteckt und hat auch eigentlich vor sie ihr zurückzugeben. Doch sie tut es nicht. Mehr und mehr sieht man da eine Lust an der Grausamkeit – was irritierend ist. Denn den Lesern ist Leda sympathisch, sie wirkt sehr freundlich und klar. Diese Abgründe tauchen erst nach und nach im Zusammenspiel mit der neapolitanischen Großfamilie auf, aber besonders im Zusammenspiel mit dieser jungen Frau. Leda wird richtig unheimlich.

Fazit

Ich finde, das ist wirklich ein guter Einstieg für alle, die Ferrante noch nicht kennen und sich erst mal nicht an diese dicken Bände, die auf "Meine geniale Freundin“ folgen, herantrauen.

Elena Ferrante
Frau im Dunkeln
Übersetzt von Anja Natterfort
Suhrkamp Verlag
22 Euro

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