Henning Mankell - Sprengmeister
Der Versuch, ein Jahrhundert anhand eines menschlichen Schicksals zu beschreiben Bild © Hanser

Der erste Roman des schwedischen Bestsellerautors aus dem Jahr 1973 erscheint jetzt erstmals in deutscher Übersetzung.

Oskar Johannsson ist 23 Jahre alt, als er im Juni 1911 bei einer Sprengung ein Auge, eine Hand und drei Finger verliert. Versehrt, aber nicht gebrochen, arbeitet er weiter als Sprengmeister und führt ein unaufgeregtes und unscheinbares Arbeiterleben bis zu seinem Tod im Jahr 1969. Dieses Leben will der Erzähler in Mankells Roman als ein prototypisches Arbeiterleben erzählen. Er scheitert, weil seine Hauptfigur, Oskar Johannsson sich weigert, seine Existenz als Teil der historischen und politischen Veränderungen zu sehen, die er durchlebt. Und so ist dieser Roman vor allem ein Versuch auszuloten, ob und wie ein Leben erzählt werden kann, ohne die Würde und Kraft des Einzelnen zu verletzen.

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Henning Mankell: Der Sprengmeister

aus dem Schwedischen von Verena Reichel und Annika Ernst
Zsolnay
191 Seiten
21 Euro

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Fazit

Wer die Spannung und Dramatik der Wallander-Krimis erwartet, wird von diesem Roman enttäuscht sein. Aber wer den genauen und empathischen Blick Mankells auf seine Figuren schätzt, der wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Vorgestellt von Alf Mentzer

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 03.08.2018, 08:30 Uhr

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