Homer: Ilias
Bild © Manesse

Die "Odyssee"- Übersetzung des Schweizer Philologen Kurt Steinmann wurde vor zehn Jahren bereits hoch gelobt. Eine "Übersetzungsleistung, die ihresgleichen sucht", war nur eine der Preisungen. Jetzt setzt er seine Arbeit mit der "Ilias" fort, die ebenfalls höchsten Ansprüchen genügt.

Steinmann übersetzt in Hexametern, er hält sich, soweit es möglich ist, an das Original. So wird die Drastik des antiken Epos, etwa in den zahlreichen Kriegs-Szenen, erhalten - aber werden genauso die rührenden, friedlichen Episoden in einen flüssigen Stil übertragen. Bei Steinmann bekommt Homer einen großartigen Sound. Wer das Epos neu liest, kann überraschende Einsichten haben, etwa bemerken, wie stark doch die Götter, anders als in der "Odyssee", ins Geschehen eingreifen. Oder wie durchlässig die Grenze zwischen Göttern und Menschen zu sein scheint. Mit dieser Übersetzung ist eine faszinierende Neulektüre möglich.

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Ilias

Homer
Übersetzt von Kurt Steinmann
Illustrationen von Anton Christian
Manesse Verlag
99 Euro

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Fazit

Das Buch ist mit 99 Euro zwar vergleichsweise teuer. Aber dieses Folioformat im Schuber, mit 16 Illustrationen des Künstlers Anton Christian, mehrfarbig oder auf einer Doppelseite, mit Anmerkungen und Erklärungen sowie einem Nachwort von Jan Philipp Reemtsma, ist jeden Cent wert – vielleicht das schönste Buch auf dem aktuellen Buchmarkt. Steinmanns "Odyssee"-Übersetzung von 2007 ist vergriffen und erzielt antiquarisch ein Mehrfaches des Originalpreises - seine "Ilias" ist also mehr als eine nur kulturelle Investition!

Vorgestellt von Mario Scalla

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 20.12.2017, 8:30 Uhr

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