Jakob Hein: Die Orient-Mission des Leutnant Stern
Realsatire von 1914: Jakob Heins "Orient-Mission des Leutnant Stern" Bild © Galiani

Jakob Hein erzählte eine der absurdesten Episoden des ersten Weltkriegs mit viel Humor;, aber auch mit viel Abgründigkeit.

Edgar Stern ist ein deutsch-jüdischer Leutnant, der im November 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, eine Gruppe von 14 muslimischen Kriegsgefangenen, getarnt als Zirkustruppe, quer durch Feindesland von Berlin nach Istanbul bringen soll. Hinter dieser historisch verbürgten Mission steckt der Plan des deutschen Kriegsministeriums die Muslime der Welt unter Führung des türkischen Sultans zum Dschihad, also zum Heiligen Krieg aufzustacheln. Zu diesem Zweck sollen die 14 muslimischen Soldaten in einem symbolischen Akt dem türkischen Sultan übergeben werden, aber da der Weg nach Istanbul feindliches Gebiet führte, musste Stern sein Unternehmen tarnen, in dem er die Kriegsgefangenen als Zirkusartisten ausgibt.

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Jakob Hein: Die Orient-Mission des Leutnant Stern

Galiani
240 Seiten
18 Euro

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Fazit

"Die Orient-Mission des Leutnant Stern" ist ein Schelmenroman und zugleich ein Stück Realsatire. Temporeich und mit viel Humor erzählt, offenbart der Roman zugleich die historische Vielfältigkeit der deutsch-islamischen Beziehungen. Wenn es heute heißt, der Islam gehört nicht zu Deutschland, dann zeigt dieser Roman, dass sich Deutschland vor gut  einhundert Jahren dem Islam sehr verbunden fühlte – was eine bemerkenswerte welthistorische Pointe ist.

Vorgestellt von Alf Mentzer

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 4.6.2018, 8:30 Uhr

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