Podcast Jeffrey Eugenides: Das große Experiment

Jeffrey Eugenides: Das große Experiment

Neben Jonathan Franzen ist Jeffrey Eugenides einer der großen realistischen Erzähler, der gerade und schnörkellos die Methode des psychologischen Romans fortsetzt und in die Gegenwart überführt. Wenn nun sein neues Buch mit Erzählungen "Das große Experiment" heißt, dann darf man gespannt sein, ob sich dies auch auf die Erzählform bezieht.

Jeffrey Eugenides bleibt seinem Stil treu. Auch hier sind es menschliche Alltäglichkeiten, die er genauestens seziert. Er setzt verschiedene Paarkonstellationen, Freunde, Geliebte, Eltern und Kinder, Angestellte und ihre Vorgesetzten einem leichten Druck aus und schaut dann, was passiert. Was ist, wenn die Ehefrau nach einem unbedeutenden Seitensprung ein gerichtliches Kontaktverbot erwirkt, wenn die Freundin plötzlich Anzeichen von Demenz zeigt, oder man meint, dem ultrareichen Vorgesetzten ein paar Dollar unterschlagen zu können?

Fazit

Umfassender in Personal und Handlungsräumen kann ein Roman nicht sein. Jeffrey Eugenides schickt seine Figuren um den ganzen Erdball und findet doich immer wieder den Moment, den man selbst in seinem kleinen Leben nachvollziehen kann. Er schreibt so, dass man am Ende einer jeden Geschichte ein wenig darum trauert, die Figuren jetzt verlassen zu müssen. Denn in den meisten verbirgt sich ein ganzer Roman. Nicht immer werden die Fragen, die sich zwangsläufig stellen, beantwortet, aber die Verweigerung der Lösung ist immer plausibel und meistens hoch unterhaltsam.

Jeffrey Eugenides
Das große Experiment
Übersetzung: Gregor Hens
Rowohlt Verlag
22 Euro

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