Die Wissenschaft hinter Harry Potter
Die Wissenschaft hinter Harry Potter Bild © Riva

Die erste deutschsprachige Ausgabe von "Harry Potter" erschien vor 20 Jahren. Jetzt, da die Reihe zu Ende erzählt ist, nähert sich die Wissenschaft dem Zauber-Universum: Die beiden britischen Autoren Jon Chase und Mark Drake sind Naturwissenschaftler und beleuchten die magischen Phänomene in "Harry Potter" daraufhin, welche in den kommenden Jahren in unserer Muggel-Welt tatsächlich existieren könnten.

Wie zum Beispiel funktioniert Hermines Zeitumwandler, den sie bei J.K. Rowling von Professor McGonagalln erhält, damit sie ihren übervollen Stundenplan in Hogwarts bewältigen kann? Eine mögliche Antwort lautet: Mithilfe eines Wurmlochs, dessen wissenschaftliche Facetten von den Autoren detailliert analysiert werden. Und: Können Dinge schweben? Es gibt bei Harry Potter den Wingardium-Leviosa–Zauber, hier im Buch wird als EIN Beispiel für das Schwebenlassen die akustische Levitation erklärt, durch die Dinge auf Schallwellen schweben.

Gibt es fliegende Autos tatsächlich? Natürlich. Angeblich soll es in fünf bis sechs Jahren in großen Metropolen schon fliegende Taxen geben. Was ist mit der Karte des Rumtreibers, die anzeigt, welche Person in Hogwarts gerade wo ist? Möglich, vorausgesetzt, man jubelt seinen Lehrern einen GPS-Tracker unter.

Sind Voldemort und seine Anhänger Faschisten? Um diese Frage zu beantworten, wenden die Autoren den 14-Punkte-Katalog des britischen Soziologen Lawrence Britt an. Der untersuchte die Regime Hitlers, Mussolinis, Francos sowie einige faschistische Diktaturen in Südamerika und arbeitete 14 Merkmale heraus, die all diesen Herrschaftsformen gemeinsam waren. Auf Voldemort und seine Todesser ist tatsächlich ein großer Teil der 14 Punkte eindeutig zutreffend.

Weitere Informationen

Jon Chase, Mark Brake: Die Wissenschaft hinter Harry Potter

Riva Verlag
256 Seiten
Euro 19,99

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Fazit

Für Kinder vor dem 10. Lebensjahr ist das Buch zu komplex. Vieles wird zwar gut und in launigem Ton erklärt, es setzt aber ein bestimmtes Wissen voraus. Für Erwachsene hingegen sind manche Schilderungen sicherlich altbekannt, aber es ist kein Problem, ein Kapitel auszulassen, sie bauen nicht aufeinander auf. Der größere Teil des Buchs lässt einen Staunen und erweitert den Horizont. Lediglich die Übersetzung fällt ab und zu als etwas plump auf, aber das sei an dieser Stelle eine Petitesse.

Vorgestellt von Bianca Schwarz

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 31.8.2018, 8:30 Uhr

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