Joyce Carol Oates: Pik-Bube
Bild © Droemer, hr

In ihrem neuen Roman "Pik-Bube" öffnet Joyce Carol Oates die Horrorschublade und nutzt dabei ein beliebtes Motiv: Das des verfolgten Schriftstellers, der bei ihr aber nicht von außen, sondern von innen bedroht wird.

Andrew J. Rush ist Mitte 50 und hat es als Schriftsteller geschafft. Auch privat ist er glücklich, führt eine liebevolle Ehe und lebt als angesehener Bürger einer Kleinstadt in seinem Traumhaus - soweit die helle und bekannte Seite des Schriftstellers.

Auf der dunklen Seite steht sein Pseudonym: Der titelgebende Pik-Bube. Pik-Bube schreibt ebenfalls Krimis, aber von einem ganz anderen Kaliber: vulgär, blutig, brutal, obszön. Pik-Bube ist ein Geheimnis, weder seine Familie noch sein Verleger wissen von ihm.

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Joyce Carol Oates: Pik-Bube

Übersetzt von Frauke Czwikla
Droemer HC
208 Seiten
19,99 Euro

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Pik-Bube schreibt nachts und wie im Rausch, kritzelt stundenlang Worte, an deren Inhalt Andrew J Rush sich am nächsten Tag nicht erinnern kann. Als Andrew J Rush eine Klage ins Haus flattert, verliert er die Kontrolle über Pik-Bube. Rasend vor Wut ist Pik-Bube und Andrew J. Rush lässt sich tatsächlich zu nicht nur einem Mord hinreißen.

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Joyce Carol Oates

Horror, Biographien, historische Novellen, Kinder- und Jugendbücher – all diese Stile hat Joyce Carol Oates in ihrem Repertoire. Sie gilt als eine der renommiertesten und vielseitigsten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur, weil sie als Vielschreiberin die Genregrenzen immer wieder mit Leidenschaft durchbrochen hat. Im Juni wird Joyce Carol Oates 80 Jahre alt

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Fazit

Sprachlich ist es brillant. Joyce Carol Oates beherrscht es meisterlich, einen kranken Geist auszuleuchten, Horror spürbar zu machen. Aber der Plot weist Schwächen auf, manche Handlungsstränge werden nicht zu Ende geführt. Man kann es zwar in einem Rutsch durchlesen, aber es bleiben Fragen offen. Trotzdem – als leichte Lektüre für eine Vollmundnacht durchaus zu gebrauchen.

Vorgestellt von Bianca Schwarz

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 02.05.2018, 08:30 Uhr

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