Buchcover Karl Marx: "Weltgericht"
Bild © Verlag J.H.W. Dietz

Am 5. Mai 1818 wurde Karl Marx geboren - dieses Jahr werden 200 Jahre Marx gefeiert, und dieses Buch dürfte eine der originellsten Veröffentlichungen dazu bleiben.

Marx war zarte 19 Jahre alt, als er Balladen, Sonette, Liebesgedichte, dazu einen humoristischen Roman und Teile eines Trauerspiels schrieb. Der Dichter Marx tritt uns hier entgegen, der Romantiker, dem die Seele in der Brust schwillt, der hoch zu den Sternen blickt und ganz im Bann der großen deutschen Dichter Schiller, Goethe und Novalis steht.

Qualitativ kann Marx' lyrische Produktion sicherlich nicht mit denen seiner Vorbilder mithalten. Aber der Band zeigt die Gefühle, den Stil und die Einflüsse seiner Zeit - und er zeigt einen sprachmächtigen jungen Intellektuellen, der seine Feder spitzt und sich im Schreiben übt.
Im 200. Jahr sollte sich die Einsicht durchsetzen, dass es viele Marxe gibt - neben dem großen Theoretiker und Sozialisten auch den Romantiker. Dessen Spuren sind auch in den späteren theoretischen Schriften zu finden. Seine polemische Ader kommt hier bereits durch, und der Witz, der sich durch das ganze Werk zieht, ist auch bereits präsent.

Weitere Informationen

Karl Marx: „Weltgericht. Dichtungen aus dem Jahre 1837“

J.H. Dietz Verlag
372 Seiten
36,- Euro

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Fazit

Dieser biografische Zugang unterläuft die bekannten politischen Zuschreibungen und Kontroversen und eröffnet den Blick auf einen deutschen Intellektuellen, der sich hier mit großem Herzen und großer Fantasie ausgestattet erweist.

Vorgestellt von Mario Scalla

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 13.02.2018, 08:30 Uhr

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