Michael Chabon: Moonglow
Michael Chabon: Moonglow Bild © Kiepenheuer & Witsch

"Moonglow", der jüngste Roman des Pulitzerpreisträgers Michael Chabon, stand in den USA lange auf den Bestsellerlisten - und diesmal bewährt sich Chabons sehr jüdischer Humor an einem der schwärzesten Kapitel der Menschheit.

In seinem pulitzergekrönten Roman "Kavalier & Clay" ließ Michael Chabon zwei jüdische Cousins mit Comics und Golem gegen Hitler kämpfen; später erfand er einen jüdischen Staat in Alaska und ließ uns, noch später, teilhaben am Familienchaos zweier Second-Hand-Schallplattenladenbesitzer in einem ehemaligen Hippieviertel nahe San Francisco.

Zitat
„Ein zärtliches Buch, Chabon ist ein Weltmeister in abgelegenen Vergleichen.“ Zitat von Ruth Fühner
Zitat Ende

Worum es geht?

In "Moonglow" erzählt Chabon vor allem die Geschichte seines Großvaters, eines ehemaligen Elektroingenieurs, der als GI im Deutschland des Zweiten Weltkriegs den Glauben an die Menschheit und an sein Idol, den Raketenbauer Wernher von Braun verliert und trotzdem ein erfülltes, verrücktes, auch dem Sex nicht abholdes Leben führt. In der Lebensgeschichte seines Großvaters spiegeln sich die großen Themen der amerikanischen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts – von der Mond-Raumfahrt bis zum Mauerfall.

Weitere Informationen

Michael Chabon: Moonglow

aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer
Kiepenheuer und Witsch 2018
497 Seiten
24 Euro

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Fazit

Ein Buch, das dem Schrecken und dem Tragischen einen sehr jüdischen Humor entgegensetzt – und eine große Zärtlichkeit. Erzählt mit einem Sprachwitz, der Michael Chabon zum Weltmeister der abgelegenen und doch treffenden Sprachbilder macht.

Vorgestellt von Ruth Fühner

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 08.03.2018, 08:30 Uhr

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