Moische Kulbak: Die Selmenianer
Moische Kulbak: Die Selmenianer Bild © Die Andere Bibliothek

Die Andere Bibliothek, einst begründet von Hans Magnus Enzensberger, ist berühmt für ihre literarischen Ausgrabungen. Mit "Die Selmenianer" liegt wieder ein vergessener, aber wunderbarer Roman aus den 1930er Jahren vor. Kulbak lebte in Weißrussland, auch einige Jahre in Berlin. Er verbindet hier in seinem Hauptwerk ost- und westeuropäische Erzähltraditionen in meisterhafter Weise.

Die Selmenianer sind eine Familie, die "tief aus Russland" kommt, sich in der Nähe von Minsk ansiedelt, und erleben muss, wie neumodische Erfindungen wie Elektrizität oder Kollektivierung das bisherige Leben stören und umwälzen. Drei Generationen werden hier vorgestellt. Die Zähigkeit und Beharrlichkeit der Menschen in ihrem Alltagsleben sowie die Neuerungssucht der Sowjetherrscher tragen einen erbitterten Kampf aus.

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Moische Kulbak: Die Selmenianer

Aus dem Jiddischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Niki Graça und Esther Alexander-Ihme
Nachwort von Susanne Klingenstein
Die Andere Bibliothek
42 Euro

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Fazit

Kulbak liefert mit wenigen Strichen große Panoramen. Er verlebendigt eine Epoche, die zwischen Tradition und Moderne, Asien und Europa, zerrissen wird. Sein Roman über eine Familie mit vielen seltsamen, gewöhnlichen, eigenwilligen Mitgliedern ist ein Klassiker der jiddischen Literatur, der noch heute mit großem Vergnügen zu lesen ist. Die Herausgeber der Anderen Bibliothek haben wieder mal erstklassige Arbeit geleistet.

Vorgestellt von Mario Scalla

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 17.1.2018, 8:30 Uhr

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