Nicole Krauss: Waldes Dunkel
Nicole Krauss: Waldes Dunkel Bild © Rowohlt

Nicole Krauss ist eine der bedeutendsten amerikanischen Autorinnen, die vor einigen Jahren aufbrachen, im Nachklang der sogenannten Postmoderne eine neue Form des Erzählens zu finden. Neben ihrem Ex-Mann Jonathan Safran Foer steht sie für die starken jüdischen Traditionen in der Literatur. Und wenn dann alle fünf bis sieben Jahre ein neues Buch von ihr erscheint, dann lohnt es sich immer einmal genauer hinzuschauen.

Jules Epstein, ein reicher New Yorker Anwalt, entschließt sich mit seiner Ehe auch jeden Wohlstand aufzugeben und beginnt all sein Hab und Gut zu verschenken. Er geht nach Israel und trifft dort einen Rabbi, der in ihm einen Nachfahren des König Davids erkennt. Nicole, eine Autorin mit Schreibhemmung, verläßt ihre Familie und geht nach Tel Aviv, um die Geschichte des Hilton aufzuschreiben, nicht zuletzt weil sie in diesem Hotel zur Welt kam und dort jedes Jahr ihre Ferien verbrachte. Dort trifft sie einen Literaturwissenschaftler, der ihr einen Koffer mit Kafka-Manuskripten übergibt und ihr erklärt, Kafka sei nicht 1924 gestorben, sondern in Israel von der TBC genesen und habe dort seine Werke selbst veröffentlicht. Beide machen ihre Erfahrungen mit dem Fremden im Eigenen und umgekehrt und finden auf magische Weise zu sich selbst

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Nicole Krauss: Waldes Dunkel

Aus dem Amerikanischen von Grete Osterwald
Rowohlt
384 Seiten
24 Euro

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Fazit

"Waldes Dunkel" ist eine poetische Reise zum eigenen Ich, durchgespielt an zwei gänzlich unterschiedlichen Personen. Und wie diese Reise selbst ist auch das Buch nicht immer leicht verständlich. Dennoch versteht es Nicole Krauss, den Leser in ihren rätselhaften Wald mitzunehmen, weil sie die Sprache virtuos beherrscht. 

Vorgestellt von Ulrich Sonnenschein

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 13.3.2018, 8:30 Uhr

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