Cover Richard Russo - Immergleiche Wege
Das Cover von Richard Russo - Immergleiche Wege Bild © Dumont

Der US-amerikanische Autor Richard Russo ist in Europa noch nicht angekommen auf der Liste der Namen, die die Literatur der letzten Jahrzehnte bereichert hätten. Damit tun wir dem Mann aus Maine eventuell Unrecht.

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Cover Richard Russo - Immergleiche Wege

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bianca Schwarz stellt Richard Russo vor

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Begründen könnte man dieses Versäumnis damit, dass der Roman, für den er 2002 schon mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet worden ist, erst 2016 in deutscher Übersetzung vorlag, „Diese gottverdammten Träume“ heißt er. Umso dringlicher schauen wir auf sein neues Buch „Immergleiche Wege“, eine Sammlung von Kurzgeschichten.

Quarterlife Crisis? Midlife Crisis? Hauptsache Krise!

Richard Russo erzählt oft das scheinbar Normale, seine Hauptfiguren teilen meistens keine außergewöhnlichen Talente, Schicksale oder Erfahrungen. Er gilt als Meistererzähler der amerikanischen Kleinstadt und folgt diesem Konzept auch in seiner Geschichtensammlung. Die Protagonisten der vier Kurzgeschichten, eine Dozentin, ein Anwalt, ein Makler und ein Drehbuchautor, teilen eine Gemeinsamkeit: Sie haben ihre sogenannten "besten Jahre“ schon hinter sich, sie zweifeln, sie stecken fest in ihren Berufen und Routinen, manche auch in ihrem Familienleben. Das Leben lastet schwer und Melancholie ergreift von ihnen Besitz.

Weitere Informationen

Richard Russo - Immergleiche Wege

Aus dem Englischen von Monika Köpfer
Dumont Verlag
302 Seiten
23 Euro

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Fazit

Richard Russos Talent liegt tatsächlich, die Geschichten dieser Leute so zu erzählen, dass sie einem bei der Lektüre so nah kommen wie ein guter Nachbar. Dabei drückt er nicht auf die Tränendrüse, er packt keine Sozialromantik auf den Tisch, selbst eine Krebserkrankung beschreibt er nüchtern, aber äußerst feinfühlig. Dieser empathische und elegante Stil, dieser menschenfreundliche Blick, bei dem er jedem seiner Charaktere das Licht am Ende des Tunnels zusteht, beeindrucken und machen „Immergleiche Wege“ zu einem lesenswerten Zeitvertreib, der einen bei allem Ernst auch mal schmunzeln lässt.

Vorgestellt von Bianca Schwarz

Sendung: hr2-kultur, hr2-Kulturfrühstück, 30.05.2018, 08:30 Uhr

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