Das Cover von "Tage ohne Ende" von Sebastian Barry

Sebastian Barry ist einer der meist ausgezeichneten Autoren Irlands – und der einzige, der den renommierten Costa-Preis gleich zweimal erhalten hat. Sein vielleicht bekanntester Roman hieß Ein langer langer Weg und erzählte die Geschichte eines jungen irischen Rekruten während des ersten Weltkriegs. Jetzt ist auf Deutsch Barrys Roman "Tage ohne Ende“ erschienen.

Ire trifft auf Die Neue Welt

Wieder spielt der Krieg eine große Rolle, genauer: Zwei Kriege, die im 19. Jhd. in Amerika geführt wurden: gegen die Indianer, dann der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten. In sie gerät der Ire Thomas McNulty, der seine hungergeplagte Heimat blutjung verliess und sich in Amerika anwerben lässt – als Frauendarsteller im Saloon und von der Army als Soldat, immer gemeinsam mit seiner großen Liebe, dem etwas älteren John Cole.

Fazit

Es ist ein Antiwestern, der schonungslos vom großen Morden, von Hunger und Verrat, von Blut und Dreck erzählt und dabei von großer Zärtlichkeit ist. Ein tiefer, schmerzhafter Blick auf eine Wirklichkeit, in der der Einzelne nur als Kanonenfutter vorkommt und dennoch Schönheit und Würde empfinden kann.

Sebastian Barry - Tage ohne Ende

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser

Steidl, 262 Seiten, 22 Euro

hr2-Kulturfrühstück, 18.10.2018, 8:30 Uhr

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