Shirley Hazzard: Transit der Venus
Elegant, diskret, manchmal bösartig: Shirley Hazzards "Transit der Venus" Bild © Ullstein

Die 2016 verstorbene Schriftstellerin Shirley Hazzard gilt als "größte australische Schriftstellerin der Gegenwart". Trotzdem ist sie bei uns eine weitgehend Unbekannte. Jetzt kann man ihren Roman "Transit der Venus" in Übersetzung kennenlernen - vor über zwanzig Jahren erschienen, wird er als Klassiker der angelsächsischen Literatur gehandelt.

"Transit der Venus" ist ein Gesellschaftroman, der von den späten 1940ern bis in die 70er Jahre reicht. Im Mittelpunkt stehen die australischen Schwestern Grace und Caro und ihre nicht gerade glücklichen Liebesgeschichten. Man gehört zu den gehobenen Kreisen, doch die Ordnung der Alten Welt gerät ins Wanken. Hiroshima und südamerikanische Diktaturen tauchen auf am Horizont, und Sekretärinnen begehren gegen das Kaffeekochen auf. Schon auf Seite 25 wird ein Selbstmord angekündigt, der schließlich stattfindet, obwohl das Happy End in greifbarer Sicht ist.

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Shirley Hazzard: Transit der Venus

Aus dem Englischen von Yasemin Dincer
Ullstein
560 Seiten
26 Euro

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Fazit

Shirley Hazzard schreibt elegant, diskret, manchmal bösartig. Sie entwirft fulminante Landschaften und entdeckt in scheinbaren Nebensächlichkeiten konzentrierte Bedeutung. Sie ist eine originelle Stilistin, die bei aller Indirektheit Sätze von höchster, manchmal geradezu leuchtender Präzision schafft. Eine Entdeckung!

Vorgestellt von Ruth Fühner

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 8. Mai 2018, 8:30 Uhr

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