Die Geschichte von Adam und Eva
Die Geschichte von Adam und Eva Bild © Siedler Verlag

Stephen Greenblatt erzählt spannend, packend und gelehrt den "mächtigsten Mythos der Menschheit". Er erzählt ihn nicht als Teil von Religion und Glauben - sondern als Erzählung, als Narrativ, das in 2000 Jahren viele Bearbeitungen und Neuerzählungen erfahren hat.

Ihm gelingt das Kunststück, die lange Geschichte von Adam und Eva noch einmal neu zu präsentieren, mit zahlreichen interessanten und überraschenden Einsichten. So erklärt er, dass das Buch Genesis eine Antwort auf den babylonischen Gilgameschmythos ist, denn bereits dort tauchen Motive wie Sintflut, Menschen, die aus Lehm geformt werden und eine Arche auf. Was wäre gewesen, wenn diese Geschichte überliefert worden wäre? Wäre uns dann eine jahrtausendelange Misogynie (die böse Frau Eva) und vieles andere erspart geblieben? Vermutlich schon.

Greenblatt präsentiert ein reichhaltiges Material. Wenn Adam einen Bauchnabel hatte - wofür einiges spricht - wieso war er der erste Mensch? Dann müsste es doch zumindest einen vor ihm gegeben haben.  

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Stephen Greenblatt: Die Geschichte von Adam und Eva. Der mächtigste Mythos der Menschheit

Übers.: Klaus Binder
Siedler Verlag 2018
Preis: 28,-- Euro

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Fazit

Doch warum wird der Mythos heute noch erzählt? Weil er die großen Themen der Menschen - Arbeit, Sex, Tod - enthält. Und weil Stephen Greenblatt einmal in Uganda war, auf der Suche nach Schimpansen und Bonobos, in einem ursprünglichen Waldgebiet, und dort auf einmal dachte: ja, so könnte es vor dem Sündenfall im Paradies gewesen sein: Ohne 'zehrende Arbeit', in einer intakten, wunderschönen Natur. Der Traum vom Paradies ist noch in der Welt - und so kann Greenblatt die Geschichte von Adam und Eva noch einmal in einer interessanten und unterhaltenden  Weise präsentieren.

Vorgestellt von Mario Scalla

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.06.2018 08:30 Uhr

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