Podcast Stephen Hawking: "Kurze Antworten auf große Fragen"

Stephen Hawking Kurze Antworten auf große Fragen

Im März ist einer der klügsten Köpfe unserer Generation gestorben: Der Astrophysiker Stephen Hawking. Er war auch deswegen so populär, weil er es in seinen zahlreichen Büchern geschafft hat, komplexe Inhalte einfach zu vermitteln. Nun ist sein letztes Buch auf dem Markt.

Stephen Hawking hat es nicht mehr ganz geschafft. Er arbeitete intensiv an diesem Buch, bis er starb, aber es wurde eben nicht mehr fertig. Dass es jetzt trotzdem veröffentlicht werden konnte, liegt zum einen an seinem ausgeprägten Sinn für Archivierung und zum anderen an seinem Team. Hawking wurde ja regelmäßig von anderen Wissenschaftlern, Hightech-Unternehmen, Politikern und Anhängern auf seinen Gedanken zu den "großen Fragen" unserer Zeit angesprochen. Seine Antworten darauf in Form von Reden, Interviews, Essays und Stellungnahmen hat er persönlich ein einem umfangreiches Archiv gesammelt. Aus diesem Archiv hat nun ein Team von Kollegen und Angehörigen das letzte Buch von Hawking geformt. Trotzdem wirkt das Stückwerkstimmig und liest sich wie aus einem Guss.

  • Gibt es einen Gott?
  • Was befindet sich in einem schwarzen Loch?
  • Sind Zeitreisen möglich?

Diese Fragen werden in der von Hawking gewohnten Weise beantwortet: Leicht verständlich, aber keineswegs oberflächlich und immer mit genug konkretem Anreiz, wo man weiterlesen könnte, falls man sich im Anschluss an diese Lektüre intensiver mit einem der Themen auseinandersetzen möchte. All das gewürzt mit einer Prise Humor, wie hier bei der Beantwortung der Frage nach intelligentem Leben im All:

  • Ich werde die menschliche Spezies dazurechnen, obwohl sie sich im Laufe der Geschichte vielfach ziemlich dumm verhalten hat und sich dabei kaum gefragt haben dürfte, ob sie zum Überleben ihrer Spezies beiträgt.

Auf 40 Seiten beantwortet Hawking die Frage nach dem intelligenten Leben und daran lässt sich beispielhaft zeigen, wie sehr er trotz der Kürze der Antwort in die Tiefe geht. Er definiert, was man alles unter Leben verstehen könnte, dass je nach Definition auch ein Computervirus ein lebendes System genannt werden muss. Er erklärt, wie wichtig Kohlenstoff für das Leben ist, wie er sich nach dem Urknall formte und wie lange es dauerte, bis schließlich Sterne und Planeten entstanden waren.

Stephen Hawking, Erklärer und Mahner

Er definiert, was man alles unter Leben verstehen könnte, dass je nach Definition auch ein Computervirus ein lebendes System genannt werden muss. Er erklärt, wie wichtig Kohlenstoff für das Leben ist, wie er sich nach dem Urknall formte und wie lange es dauerte, bis schließlich Sterne und Planeten entstanden waren.

  • Jeder fünfte Stern, so schätzt man, hat einen erdähnlichen Planeten, der ihn in solcher Entfernung umkreist, dass er für Leben, wie wir es kennen, kompatibel ist.

Nachdenklich stimmt das letzte Kapitel mit der Antwort auf die Frage „Wie gestalten wir unsere Zukunft?“ Hawkings klare Antwort: Unsere dringlichsten Probleme sind Umweltprobleme: globale Erwärmung, Nahrung für eine massiv wachsende Bevölkerung, die Ausrottung der Arten, die Zerstörung von Wäldern und Ozeanen, die alarmierende Geschwindigkeit beim Verbrauch von Ressourcen. Seine letzten Worte sind ein Appell:

  • Denkt also daran, zu den Sternen zu schauen und nicht auf eure Füße. Versucht zu verstehen was ihr seht und fragt euch, wie das Existieren des Universums möglich ist. Seid neugierig! Und ganz egal, wie schwierig euch euer Leben vorkommt: Es gibt immer etwas, das ihr tun, das ihr erfolgreich tun könnt. Gebt nie auf, das ist am wichtigsten! Lasst eurer Phantasie freien Lauf! Gestaltet die Zukunft!

Stephen Hawking
Kurze Antworten auf große Fragen
Übers.: Hainer Kober
Klett-Cotta
20 Euro

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