Das Cover von Sylvie Schenk: Eine gewöhnliche Familie
Das Cover von Sylvie Schenk: Eine gewöhnliche Familie Bild © Hanser Verlag

Spöttisch-ironisch, unterhaltsam und spannend: Diese Schlagworte fallen einem ein zum neuen Buch von Sylvie Schenk. Sie wurde 1944 in Chambéry geboren und lebt seit 1966 in Deutschland, veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sylvie Schenk hat Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, im Juli erschien ihr neuer Roman "Eine gewöhnliche Familie“.

Die vier Geschwister Cardin – drei Frauen, ein Mann, sie sind alle Ende fünfzig, Anfang sechzig – müssen ihre geliebte Tante und ihren geliebten Onkel beerdigen. Das Paar war über 80, kinderlos, reich, und die beiden starben im Abstand von drei Stunden. Dabei sind auch noch ein Vetter und eine Cousine mit Familie und die böse alte Schwester der Verstorbenen. Und bei diesen merkwürdigen Todesumständen kann man sich schon denken: es geht nicht nur um Trauer und Erinnerung, sondern auch handfest ums Erbe.

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Sylvie Schenk: Eine gewöhnliche Familie

Hanser Verlag
160 Seiten
18 Euro

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Fazit

Sylvie Schenk erzählt von dieser "gewöhnlichen“ Familie aus der Sicht der zweitältesten Schwester in einem spöttisch-ironischen Ton, der einen sofort hineinzieht. Ihre Außenseiter-Perspektive äußert sich in süffisanten, mal charmanten, dann wieder bissigen Beobachtungen. Und dann gibt es immer wieder ganz feine Bilder, die eine Beziehung oder ein Gefühl besser auf den Punkt bringen als viele Erklärungen. Dieser Roman macht einfach Spaß, und er macht nachdenklich. Er wirkt wie ein Bohrkern durch ganz unterschiedliche Schichten und Strukturen. Eine Tiefenbohrung durch eine komplizierte Familiengeschichte, schlank, schmal, subtil und spannend zu lesen. Und dazu sehr unterhaltsam.

Vorgestellt von Sylvia Schwab

Sendung: hr2-kultur, hr2-Kulturfrühstück, 09.09.2018, 08:30

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