Vladimir Nabokov
Vladimir Nabokov schrieb Welt-Beststeller wie "Lolita" - aber auch weniger Bekanntes Bild © picture-alliance/dpa

Hier kommt ein wenig bekanntes Kleinod aus den 70er Jahren! Mit seinen späten, in den Vereinigten Staaten auf Englisch geschriebenen Romanen wie "Lolita“ wurde Nabokov weltberühmt. Seine frühen, noch auf Russisch verfassten Werke sind weniger bekannt – darunter der Roman "Verzweiflung“. Von ihm gibt es nun eine ungekürzte Hörbuchfassung, eine absolut hörenswerte Aufnahme des RIAS Berlin aus dem Jahr 1974 mit Gert Westphal.

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Vladimir Nabokov - Verzweiflung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Bravourös zwischen den Zeilen gelesen" - Wolfgang Schneider

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Vladimir Nabokovs Kriminalgroteske "Verzweiflung“ handelt von dem windigen Schokoladenfabrikanten Hermann Karlowitsch, der auf einer Reise nach Prag im Landstreicher Felix seinen perfekten Doppelgänger erkennt. Was macht man mit so einem Doppelgänger? Klar, man bringt ihn um, damit man als vermeintlich Toter mithilfe der eigenen vermeintlichen Witwe die vorher abgeschlossene Lebensversicherung einstreichen kann. So der Plan, so der Plot, der bei diesem Autor natürlich nur Nebensache ist.

Der Schein trügt

Die Welt ist nicht so, wie Hermann sie in seiner prahlerischen Selbstherrlichkeit wahrnimmt. "Verzweiflung“ ist ein Meisterwerk in der Technik des unzuverlässigen Erzählers – man darf diesem Hermann Karlowitsch bei keinem Satz trauen. So ist "Verzweiflung“ ein Roman, der zwischen den Zeilen gelesen oder gehört werden will. Er verlangt einen Vorleser, der den Text in seinem Reichtum an Unter- und Obertönen akustisch in Szene setzt wie einen Theatermonolog. Das gelingt Gert Westphal in dieser ungekürzten Aufnahme aus dem Jahr 1974 bravourös.

Weitere Informationen

Vladimir Nabokov: Verzweiflung

Gelesen von Gert Westphal.
Ungekürzte Lesung. 1 mp3-CD. Laufzeit: 6 Std. 51 Min.
Der Audio Verlag
10 Euro

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Fazit

"Verzweiflung“ ist ein grandioses Hörbuch - beste selbstreflexive, mit literarischen Mustern virtuos spielende Erzählkunst, die sich nie im Abstrakten verliert, sondern konkret und spannend bleibt – und vor allem: abgründig komisch.

Vorgestellt von AUTOR

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 20.7.2018, 08:30 Uhr

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