Winterlandschaft
Winterlandschaft Bild © picture-alliance/dpa

Am 16. Dezember - dem 3. Advent - präsentiert hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer eine Stunde lang Ihre Gedichte. Gereimt oder nicht gereimt, besinnlich oder satirisch, festlich oder verrückt – Sie haben uns Ihre Gedichte zum Thema Weihnachten und Winter geschickt, Danke! Hier lesen und hören Sie eine Auswahl:

Ruth Karoline Mieger
Haikus

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Winterlandschaft

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Haikus

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eisiger Wind
tanzend
tauen wir auf

Schneeglöckchen
er kam leise
für ein paar Stunden

erster Frost
mein Enkel setzt den Schornstein
aufs Lebkuchenhaus

Weihnachtsmarkt
ein Starenschwarm wälzt sich
über den Sternen

Schneegestöber
im Schein der Straßenlampe
sonnengelb

Advent
ein Kind auf der Flucht
verloren

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Michael Krause-Blassl
Wo ist Weihnachten?

Wo kein Elend herrscht
und keine Not
wo Menschen eine Heimat finden
und das tägliche Brot
wo alle Waffen schweigen
und auch jeder Streit
wo man sich vertraut
und immer wieder verzeiht
wo Menschen sich lieben und achten
überall dort
ist Weihnachten.

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Iris Schürmann-Mock
Eine Autorin wünscht sich was

Audiobeitrag
Schreibmaschine von innen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eine Autorin wünscht sich was

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Lieber Weihnachtsmann,

ich wünsche mir zum Weihnachtsfest
auf meinen bunten Teller
Stipendien, Preise, Lesungen
und einen Mega-Seller.

Meine Agentin soll für mich
nur Top-Kontakte knüpfen.
Die lassen meinen Kontostand
in neue Höhen hüpfen.

Buchhändler sollen Schlange steh'n,
um einmal mich zu buchen,
denn einen Star wie nächstens mich,
den muss man lange suchen.

Beim Lesen dann ein Publikum
mit atemlosen Ohren.
Als erstes aber wünsch ich mir
begeisterte Lektoren.

P.S. Da diese meistens weiblich sind
gern auch mit Binnen-I und Kind!

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Esther Röhr
Haiku 24 12

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Hessentipp: Mittelalterburg Rheinstein

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Nachtschwarze Herde
Wind wirbelt Wolle, kreuzt Stroh
Ein Licht irgendwo

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Frauke Ahlers
Weihnachtsfreude

Brunnen aus Licht
vor der Frankfurter Oper
Stimmenklang und
perlendes Lachen
Junge Männer und Frauen
die Handys gezückt
im kristallenen Schein

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Henrike Heß
Ein Weihnachtsbaumgedicht

Audiobeitrag
Eine Nordmanntanne mit braunen Nadeln

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ein Weihnachtsbaumgedicht

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Begeh die stillen Tage still!
Dann hörst du leis in dir
Die Stimme deiner Seele sprechen.
Die sagt: Ich will, ich will
Das Alltagsjoch der alten Tage brechen.

Begeh die stillen Tage still!
Dann hörst du auch in dir
Das schöne Lied vom Frieden klingen.
Das summt: Ich kann, ich kann
Dich ganz und gar mit Liebe warm durchdringen.

Begeh die stillen Tage still!
Dann hörst du noch in dir
Die Sehnsucht deiner Kindheit lachen.
Die singt: Du sollst, du sollst
Das, was du willst, auch endlich einmal
machen.

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Anne Jahn
Wintereinbruch

Der klirrend Kälte lässt in Stücken
Mensch und Tier
zusammenrücken
Schnee bemalt des Winters Stille
beugt sich mancher jetzt dem Wille
und fällt letztendlich brav
in einen tiefen
Winterschlaf

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Petrina Stein
Adventsstunde im Heim

glitzernd geschmückt ist der Aufenthaltsraum
heut gibts Makronen zum Heißgetränk
es duftet, schwärmt Oma Traudl, nach Kindheit

pünktlich um drei reibt der Pfleger ein Zündholz
da wachsen den Kerzen lustig wackelnde Schwänzchen
der Fichtenkranz nadelt das kommt von der Wärme
doch immergrün rieselt das Liedgut
aus den elektrischen Kästen

alsbald tritt auf ein bauchiger Niklas
er schwitzt erbärmlich in seinem Kostüm
der Rauschebart scheint ihn zu jucken
egal, er zaubert adventliche Stimmung
das hat er im Griff, er tut es seit Jahren
besinnlich, gemütvoll, launig und laut

am Ende sind alle gerührt
Insassen, Schwestern, sogar der Kaffee

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Viktor R. Georges
Gerangel der Jahreszeiten

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Winter mit Mond

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gerangel der Jahreszeiten

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Gestern war Sommer
sagt der Herbst
Gestern war Winter
entgegnet der Frühling

Sommer und Winter schweigen
wollen keine Partei ergreifen
beäugen sich misstrauisch
gehen sich aus dem Weg

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Angelica Seithe-Blümer
Unterm Schnee

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Winterlandschaft

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Alle Zäune eingeschneit
Die Sonne ein Stern im weißen Geäst
legt Bahnen in verblasstes Leben

Hier stand die Bank
Hier muss sie gestanden haben

Der Winter hat aufgeräumt
in unseren Köpfen
hat uns vom Herzen den Sommer gerollt
wie Stroh für die Scheune

Nur selten noch Duft
Nur selten Geheimnis

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Marty Kaffanke-Fuchs
Dresdner Stollen

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Stollen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dresdner Stollen

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Der Dresdner Stollen ist und jeder Dresdner weiß es
nicht nur Ergebnis hausfraulichen Fleißes,
nein, er ist auch sagt man als Sinnbild zu verstehn
fürs liebe Christuskind im fernen Bethlehem.

Das rundlich-dicke Laibchen, marzipangefüllt,
und seidenblättrig wie in Windeln eingehüllt,
mit feinem Puderzucker reich bestreut,
daß Aug und Gaumen sich aufs Naschen freut,
in Schachteln liegt es wie in einer Wiegen,
Christtagsfreude bringt es und Vergnügen.

Ein solches Stollenkindchen kommt mir als Geschenk
direkt aus Dresden, lieber Freunde eingedenk.
Sorgsam setze ich die schöne Schachtel nieder,
summe leis dabei die alten Weihnachtslieder,

befreie zart und vorsichtig das süße Kind
aus seinen Hüllen, die durchdrungen sind
von all dem Leckren, das der Inhalt birgt
und was auf mich - Verzeihung! - also wirkt:
Es kommt mir vor, als wär'n's die feuchten Windelchen
vom neugebornen Christus-Kindelchen!!!

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Tessa Christian
Geschenke gekauft

Geschenke gekauft, Baum geschmückt,
Wohnung geputzt, Stühle gerückt.
In der Küche gekocht wie verrückt, dann
noch alle Kinder verzückt.
Gutes getan, alles im Plan.
Wer an Märchen glaubt,
ist ganz schön verstaubt -
Weihnachten hat mir den Verstand geraubt.
Doch nächstes Jahr, das gleiche Spiel,
ich hab jetzt schon ein super Gefühl.
Darauf trink ich ein Glas Punsch,
zack- schon erfüllt, mein letzter Wunsch.
Frohe Weihnachten.

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Anna Lupke
Winterglück kehrt nie zurück

Eiskristalle am Fensterrahmen
Loipen durch den Schnee sich bahnen
Kinder, die im Schneegestöber tollen
Mit Weihnachtsglanz erfüllte Augen sollen
Schauen, wie Schneemann und die Welt sich bauen.

Die Welt ohne Weihnachtsfriedenszipfel
G20, ein Bratapfel als Gipfel
Weihnachtliche Begegnungen zum Tausch
Für Freudentaumel ohne inneren Rausch
Sonne hoch mit Firmament
Uns die Haut nun doch verbrennt
Melonen im heimischen Flussbett stehen
Düstere Zukunftsahnungen wehen
Uns um die Nase statt Plätzchenduft
Wann machen wir uns denn nun endlich Luft?

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Mechthild Manthey
Weihnachtsfieber

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Loriot Weihnachten

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Angefressne Schokoläuse,
Apfelbratenkerngehäuse,
Gänsebratenknochenberge,
vollgestopfte Restmüllsärge.
Nichts mehr rieselt, auch nicht leise,
Regen, Glatteis Ach Du Scheiße
jede Menge Mist zum Tauschen,
Räucherkerzen, die berauschen,
Kitsch, Geschenke, Plastikmüll,
Korken, Packpapier und Tüll.
Es macht süchtig - nichts uns lieber,
wenns uns packt, das Weihnachtsfieber.
Wir singen, beten und frohlocken,
Kravatten, Unterhosen, Socken,
schenken, shoppen, schönster Baum,
jedes Jahr der gleiche Traum.
Und morgen früh, ich warte drauf,
das hat alles wieder auf!
Zum Teufel mit der Völlerei,
Gott sei Dank, es ist vorbei!

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Maria Richter
Zuviel

Nein
Nicht schon wieder
Diese Lieder
Dieses Lärmen
Über Hirten, Engeln und Licht
Ich mag es nicht
Nicht jetzt und nicht heute
Auch nicht später
Genug
Es reicht
Stille suche ich
Vielleicht auch -
Dich

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Gerlinde Schnittler
Weihnachtszeit

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Winterlandschaft

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Weihnachtszeit

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Winterzeit ist Weihnachtszeit
Frohe Hoffnung weit und breit!
Draußen kalte Glitzerwelt,
Schneekristall auf Wald und Feld,
Drinnen Wärme, Kinderlachen,
Gabentisch mit schönen Sachen,
die uns allen Freude machen.

Weihnachtszeit ist Andachtszeit,
Frohe Hoffnung weit und breit!
Glocken läuten für den Frieden,
mahnen uns, nicht nur zu lieben
unsre eigene, heile Welt!
Denkt an alle, die in Not,
spendet für das täglich Brot!

Andachtszeit trifft unser Herz,
lindert Kummer, Leid und Schmerz.
Strahlt lichterhell der Weihnachtsbaum,
kommt Freude auf in jedem Raum.
Singen wir die frohen Lieder,
sind voller Liebe stets bereit:
Oh, du herrliche Weihnachtszeit!

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Friedrich von Derschau
Weihnachten - Fest der Liebe

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Silhouette eines asylsuchenden Manns in der "Unterkunft für Flüchtlinge im Flughafenasylverfahren" in Frankfurt

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Wieder Weihnachten vor der Türe steht
und mancher fragt sich, wie er's begeht.
Werden wir es feiern wie vor Jahren,
als wir noch jünger und schöner waren?
Oder kommen wir zu dem Entschluss,
dass sich für uns etwas ändern muss?
Vielleicht ist es nötig, aktiver zu werden,
damit es gerechter wird auf Erden.

Vor zwei Jahren bei einer Familie dann
fing die Adventszeit auch fröhlich an.
Geschmückt war schon festlich der Weihnachtsbaum
verbunden damit ein einzigerTraum:
Von Freunden umgeben in Deutschland zu leben.

Vor 13 Monaten aus Eriwan
kamen sie in Deutschland an.
Der Krebs des Vaters lange schon
wartete auf eine Operation,
die nach ärztlichem Rat zu dieser Frist
in Armenien leider nicht möglich ist.
Zwei Operationen verliefen so gut,
dass er wieder fasste Mut.

Die Mutter, drei Kinder bangen und hoffen,
so habe ich sie angetroffen.
Am 12.12. die Nachricht kam,
die allen wirklich den Atem nahm:
In 30 Tagen, man kann es kaum fassen,
hätten sie Deutschland zu verlassen.

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Sprecher: Karin Wirschem, Edgar M. Böhlke

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