Slow Dating, so heißt das etwas andere Dating mit mehr Zeit füreinander. Eine Börse zum Kennenlernen für ältere Menschen, die noch einmal neue Kontakte knüpfen wollen.

Ein netter Empfang mit Begrüßungssekt, eine moderierte Einstiegsrunde, acht Damen und acht Herren über 60, die achtmal zehn Minuten von Angesicht zu Angesicht erspüren, ob es prickelt. Sie haben sich chic gemacht zu ihrem Rendezvous. Mal sehen, was draus wird. Vielleicht eine nette Bekanntschaft zum Spazierengehen, fürs Theater, zum Erzählen, für ein Glas Wein – wer weiß.

Organisiert wird das Slow Dating von der Pro Familia in Frankfurt und dem Gesundheitsamt. Es ist eines der Angebote an ältere Menschen, sich selbstbewusst in die Öffentlichkeit zu wagen, Wünsche zu äußern und schließlich nochmal etwas zu erleben, woran man sonst nie gedacht hätte.

Wie gut dieser offensive Schritt der seelischen und körperlichen Gesundheit im Alter dient, erzählen betroffene Frauen und Männer. Denn Einsamkeit macht krank, wenn die Alten es nicht schaffen, ihre Wohnungen für Stunden zu verlassen, um Kontakte zu knüpfen, Nachbarschaft zu suchen, sich selbst zu vernetzen – mal was ganz „Verrücktes“ zu wagen. Slow dating zeigt: es gibt eine neue Kultur der Alterns und der alten Menschen in der Stadt. Der Frankfurter Alternswissenschaftler Frank Oswald spricht von einer Emanzipation der alten Menschen, die an Mut und Kreativität gewinnen.

Ein Beitrag von Doris Weber.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 24.03.2019, 11:30 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit