Kirchliche Angebote für junge Leute zwischen 18 und 35 sind Mangelware, Firmung und Konfirmation oft Abschiedsfeste. Ökonomische Zwänge verdecken die Fragen nach Sinn, langfristigen Zielen und Werten. Ein Frankfurter Jesuitenpater bietet jungen Menschen Auszeiten an, um diesen Fragen nachzugehen.

Junge Leute werden für die Kirchen erst wieder interessant, wenn sie ein Kind taufen lassen oder heiraten wollen. Wechsel, Wandelbarkeit und Mobilität sind Ideale dieser „Generation Y“, den „Millennials“. Ökonomische Zwänge verdecken die Fragen nach Sinn, langfristigen Zielen und Werten. Arbeit stiftet immer weniger Sinn, Beziehungen höhlen sich aus. Tausende Möglichkeiten und Freiheiten, kaum noch Sicherheiten. Alles muss hinterfragt werden. Sie spüren die Sehnsucht nach mehr, nach Ausrichtung für ihr Leben. Doch es fehlen die Instrumente, dem existenziell nachzugehen. Ist Kirche denn gar nicht kompetent für die Fragen dieser Generation?

Der Jesuitenpater Clemens Blattert will jungen Frauen und Männern in Frankfurt „Freiräume“ anbieten: Auszeiten für die Frage nach Sinn und Berufung. Für wenige Tage oder mehrere Monate können sie in der Gemeinschaft des Jesuitenordens mit leben, werden begleitet. „Zukunftswerkstatt“ nennt er das. Es geht um Berufung. Die Ausrichtung ist klar katholisch. Der Ordensmann sagt, er will damit ausdrücklich keinen Nachwuchs für seinen schrumpfenden Orden gewinnen. Rennen ihm die jungen Leute deshalb die Bude ein? Ähnlichen Erfolg haben Exerzitienkurse für Millennials im „Haus Gries“ der Jesuiten im Frankenwald. Was brauchen Millennials von der Kirche?

Der Autor Matthias Alexander Schmidt gehört selbst zu dieser Generation und geht der Frage nach.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 12.05.2019, 11:30 Uhr

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